Band 
Erster Theil.
Seite
41
JPEG-Download
 

4i

nehmen der französischen Garnison war keineüweges vorherzusehen,und der Ausbruch der Volksgesinnungen durch Z — Kosakenunterstützt, war leichtsinnig zu erregen, was ließ sich davon er-warten? nichts als ein Straßengefecht, was vielleicht mehrerenEinwohnern den Tod, oder Verstümmelung und der Stadt einenBrand zugezogen hätte. Der Verlust der Franzosen konnte im-mer nur sehr gering seyn, das Kosaken 5 Regiment konnte bei sehreinfachen Anordnungen (wozu die gewöhnliche Berschlietzung derThore gehörte) ohne Rettung gefangen werden, und die Einwoh-ner waren der Rache der Franzosen und ihrer Behörden blosge-siellt. Die Kosaken verließen endlich die Stadt, das ihnen nach-gerückte Dctaschement hatte sich auf den Anhöhen, die auf Kano-nenschußweite vor dem Landöberger Thore liegen, aufgestellt; dieFranzosen rückten guö der Stadt, um sie anzugreifen, kehrten aberwahrscheinlich aus Mangel an Kavallerie, und weil sie bemerkten,daß die Russen zum Kampf entschlossen waren, nach einem sehrunbedeutenden Gefechte zurück, und verrammelten die Thore.

Die Rüsten blieben in ihrer Stellung stehen, sie hatten ihreVorposten links bis an die Spree gestellt um die Stadt herum.Die Franzosen, obgleich jetzt gegen ist,o»c> Mann stark, hielten fort-während die Stadt und eine Linie auf dem linken Ufer der Spreevon Köpenik bis nach Chariottenburg besekt.

, Darauf verflossen die Tage vom 20. Febr. bis den 4. März,ohne daß was erhebliches geschah, ein Gefecht ausgenommen, wasGen. Benkendorf mit iZoo Kosaken, der auch über die Oder ge-gangen war, in der Gegend von Münchenberg mit einem feind-lichen leichten Kavallerie-Regiment hatte. > Der Feind wurde bei-nahe ganz gefangen genommen. Zn der Gegend streiften daraufdie unruhigen Kosaken aus langer Weile umher, und unterbrachenoft die Verbindung zwischen Spandau und Berlin.

Am 2. März ging endlich die Avantgarde vom Corps desGen. Grafen Wittgenstein, unter dem Gen. Adjut. Fürsten Reppninbei Güstebiese über die Oder, dies veranlaßte den Vice-König dieSpree aufzugeben; er verließ in der Nacht vom Z. zum q. MärzBerlin, und am Morgen desselben Tages um li Uhr zogen dieKosaken, vom Gen. Mas. Tschernitschef angeführt' in Berlin ein;ihnen folgte an demselben Tage um n Uhr Morgens die genannteAvantgarde des Fürsten Reppnin.

Die Detaschemcntö der Generale Tschernitschef und Denkendorfsehten sich alsbald in Bewegung, den Feind zu verfolgen; schonbe> Schöneberg und Stcgelitz kam es zu einem Gefechte, in wel-cheM die Franzosen über .too Mann verloren haben sollen.

Am Z. Mstrz kamen die verfolgenden Kosaken durch Saar- 'mund, dort nahm am Nachmittage der General Tschernitschef vonder PotSdannner Seite herkommend sein Ouartier, seine Vor-posten stellte« sich Wildenbruch und Cunersdorf auf.

Den b. März kam es bei dem Dorfe Kähnsdorf, welche»Mischen zwei Seen liegt, die mit einem schmalen Graben ver-bunden sind, über den eine Brücke führt, und wo sich die fran-zösische Nachhut sehr Vortheilhaft aufgestellt hatte, zu einem Ge-