Band 
Erster Theil.
Seite
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feindliche Corps des Divisions-Generals Grafen Regnier in derStadt Kalisch an.

Das feindliche Corps wurde, wie oben gedacht worden ist,so überrascht, daß es nicht die Zeit'erhielt sich zu versam-meln; es schlug sich auf beiden Ufern des Flusses Prosna»nachdem ihm bereits seine Verbindung, abgeschnitten war. DerKampf war am hartnäckigsten am Piskozewer Thore, über-haupt trug die mit Morästen, Mauern und Thürmen zienuichgut befestigte Stadt dazu bei, das Gefecht hartnäckig und blutigzu machen, es dauerte von Z Uhr Nachmittag bis zum spätenAbend. Die Stadt bildete das Zentrum der außerhalb in ein-zelnen Regiments- oder Bataillons-Vierecken fechtenden Truppen,die von der zahlreichen russischen Reiterei wiederholt angegriffen,öfter umringt, und mit Kartätschen aufs heftigste beschossen wur-den. Es scheint als hatte bei mehrerer Kenntniß der örtlichenLage des Schlachtfeldes, und der Kantvnnirungen des feindlichenCorpS, für die überlegene Anzahl der Russen, und vorzüglich ihrerschönen Reiterei, der Erfolg des Gefechtes noch.glänzender wer-den können. Für die sächsischen Truppen ward es bei dieser sehrungünstigen Lage ein ehrenvolles Denkmal ihrer Tapferkeit, undein neuer Beweis, was ein entschlossenes und tapferes Fußvolkdurch Sündhaftigkeit gegen ihr weit überlegene Reiterei auszu- '^halten vermag; ganz ausgezeichnet kämpfte die sächsische Brigadedes Gen. Maj. Sahr und das Znf. Regim. Prinz Clemens unterdem Gen. Maj. Steindel. Das letztere bestand zuerst als Viereckaufgestellt ein dreistündiges Gefecht, und setzte endlich sogar unterdem Feuer mehrerer feindlichen Batterien über die Prosna, dochverlor es viele Menschen und 4 Kanonen. Der Gen. Maj.Nostiz mit dem Znf. Regim. Prinz Anton und 4 Kanonen, ab-geschnitten von aller Verbindung, vertheidigte sich gleicb ehrenvoll,bis es bei Einbruch der Nacht von der Uebermacht überwältigetund gefangen wurde. Der die Vordertruppen dieses Corps be-fehligende Gen. Maj. Gablentz bestand gleichfalls ein sehr hart-näckiges Gefecht, und obwohl er von dem Hauptkorps gänzlichabgeschnitten war, gelang es ihm doch, seinen Rückzug zu bewerk-stelligen; er traf am iH. Febr. in Schildberg ein, und faßte denEntschluß, sich an das hinter der Pilica flehende CorpS des Für-sten Poniatowsky anzuschließen.

Auch die Brigade des Obersten Maury von der französischenDivision Durutte kam inö Gefecht, doch scheint es, als habe derGen. Regnier seine vaterländischen Truppen in sichrere Kantoni-rungen gelegt als seine Verbündeten, und als sey auch nur durchdie Tapferkeit der letztem, den seinigen ein sicherer Rückzugverschafft worden.

Russischer Seite hatte man den Gen. Maj. Nostiz mitZ Obersten, 36 Offizieren und 2000 Mann zu Gefangenen gemacht,

2 sächsische Fahnen und 8 Kanonen erobert; das Schlachtfelddeckten vom Feinde über 'Zoo Todte und Blessirte. Auf russischerSeite war der Verlust weit geringer, doch rechnete man ihn aufmehr denn lvoo Mann; der Gen. Maj. Zapolzky, welcher die