Band 
Erster Theil.
Seite
82
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Lurch die herangerückte Brigade des Gen. Maj. Harppe abgelö-st, und folgten ihm nach Halle.

Der General Bülow, der heute von der Blokade der FestungMagdeburg, durch das Corps des G. L. Grafen Woronzow (welchesam /Lten April in zwei Kolonnen, die eine unter dem Gen. Maj.Grafen Qrurk von Frankfurth, die andere unter dem OberstenKrastowSky von Cüstrin abmarschirt war) abgelöset, erhielt alsHauptbcstimmung, die Behauptung des Brückenkopfes von Roßlau.Doch um die vorliegende Gegend, so lange als möglich zu be-haupten, und Nachrichten vom Feinde einziehen zu können, wählteer die Stellung bei Mossigkau; zugleich sollte er die Festung Wit-tcnberg einschließen, und Dessau und Aken besetzen.

Das Armee-Corps des Generals Blücher stand während die-ses Zeitraums in unveränderten Kantonirungen mit seinem Haupt-quartiere in Altenburg. Darauf wurden am rtzten April dieTruppen schon mehr vereiniget, und in sehr cngeKatonirungen ge-legt, zum Marsche allezeit bereit. Es hatte bis dahin die Straßennach Thüringen beobachtet, und sie gedeckt, im Fall der Feind aufselbigen vorrücken sollte. Deshalb war die preußische leichte Rei-terei unter den Majors Laroche, Hellwig und Blücher, bis nachHoff und bis in die Ebenen von Thüringen, vorgeschickt, (inVerbindung niit den russischen Streifeorps, vom Corps des Gene-rals Winzingerodc) um überall die Bewegungen des Feindes zubeobachten, und diese bei Zeiten dem Hauptkorpö zu melden. Diepreußische leichte Reiterei führte vom Harze bis zum thüringerWalde, auf den Straßen von Frankfurth und Nürnberg mehreresehr glückliche Unternehmungen aus, die sowohl von der Gewandt-heit der Führer, als der Truppen zeugten; nehmlich:

der Major Hellwig wurde durch seine vorgeschickten Patrouil-len benachrichtiget, daß die Stadt Langensalza, mit 170» Mannbaiersche», Fußvolk, Zoo Pferden und 0 Kanonen beseht sey; erfaßte sogleich den Entschluß, mit seiner, obwohl sehr schwachen Ab-theilung, sogleich dahin aufzubrechen, und nach einem angestreng-ten Marsche von ,g Stunden den Feind dort unvermuthet anzugreifen.

Es war am litten April des Morgens um 2 Uhr, als derMajor Hellwig mit seinem Detaschement, bei der Stadt Langemsalza ankam; obwohl er die Bejahung, weil sie schon um -j Uheabmarschiren sollte, munter und in Bewegung fand, so entschloßer sich dennoch, sie anzugreifen, und er nöthigte sie, die Stadt stfort zu verlassen, nahm ihr dabei 5 Kanonen, einige MunitionS-wagen und mehrere Gefangene ab; der Feind formirte sich außer-halb der Stadt in Vierecken, und zog sich fechtend zurück, derMajor Hellwig verfolgte ihn noch eine Stunde weit, um die er-oberten Kanonen in Sicherheit zu bringen.

Der Rittmeister von Schwanenfeldt, vom brandenburgsthe"Husaren-Regiment, der auch mit einem Streifeorps detaschirt war,versuchte, den französischen Gesandten St. Aignan in Gotha ausizuheben; der Gesandte entkam ihm, für seine Person, allein st>"Legations-Sekretair, mit allen wichtigen Papiere» der Gesandt-schaft, und seine Dienerschaft wurde ergriffen.