129
oder Frankfurt vorzurücken, um der gegen Sachsen vordringendenfranzösischen Armee die direkte Kommunikation mit dem Rheinund Frankreich abzuschneiden, selbiger empfindliche Schläge inFlanke und Rücken beizubringen, und dadurch auch die Staatendes Kurfürsten von Hessen zu sichern.
4) In Westphalen wird unter dem General Blücher einObservationskorps von 10 Bataill., 15 Schwadr. an der Emsoder für jetzt bei Münster verbleiben, um Wesel und Holland zubeobachten. Dieses Korps muß äußerst mobil sein, um seineBewegungen mit denen des Korps in Hessen in einige Verbin-dung zu bringen, auch die Verbindung mit selbigem zu er-halten.
5) Das Korps des Generals Grafen Kalkreuth bricht nachdem mit Schweden getroffenen Definitiv-Arrangement sogleich aufund marschirt über Berlin und Wittenberg nach der Gegend vonLeipzig, um der Hauptarmee zur Reserve zu dienen, oder selbigenach den Umständen sogleich zu verstärken.
6) Das westpreußische Reservekorps unter dem Herzog Eugenvon Württemberg, welches vermöge seiner weiten Entfernung nurspät eintreffen kann, muß sich wenigstens größtentheils bei Küstrinsammeln, dann aber die Oder passiren und seinen Marsch aufFürstenwalde am rechten Spreeufer richten. Ist es nothwendig,so kann es auch sogleich gegen die Elbe vorrücken; die Truppenpassiren dann die Spree bei Fürstenwalde und setzen ihren Marschauf Torgau und Mühlberg fort, um der Armee in Sachsenà portes zu sein.
7) Man muß dem Feinde so früh als möglich eine Haupt-schlacht in Sachsen zu liefern suchen, ehe der Enthusiasmus, wel-cher die Armee beseelt, abnimmt, und ihre Kraft durch Fatiguenerschöpft wird. Je früher diese Schlacht mit glücklichem Erfolggeliefert wird, je eher werden Frankreichs heimliche Feinde überallöffentlich auftreten, man entfernt den Schauplatz des Krieges umso weiter von den preußischen und den befreundeten Staaten, undkann hoffen, die Armee in der späten und rauheren Jahreszeitmehr zu schonen, wenn der die gerechte Sache krönende Sieg dieFeinde zum Rückzüge zwingt.
i.
9