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Augereausche Korps in der Gegend von Aschaffenburg stand; dochkonnte man dies auch ohne Gefahr, denn sobald die Franzosensich entschieden nach Franken wandten, hatte der General Rüche!noch immer die Zeit, gedeckt durch den Thüringer Wald, sich andie Hauptarmee heranzuziehen und die nun bereits compromittir-ten Hessen mit sich zu führen.
Bei dem Streben nach einer Hauptschlacht war zu dieserZeit natürlich nur von einer Defensivschlacht die Rede. Manschritt nach dem Operations- Entwurf nur gerade so weit vor, alsman glaubte, daß es die Franzosen noch gestatten würden. Einsolches bedächtiges Verhalten lag aber auch ganz in dem Charak-ter der preußischen Politik, welche keine Schritte thun mochte, wo-durch die Erhaltung des Friedens unmöglich wurde; und daßes mit dem Kriege in der That, trotz aller Rüstungen, trotz derEinsicht, daß die Ehre Preußens den Krieg erfordere, doch nochkeinesweges rechter Ernst war, beweist unter Anderem ein Schrei-
I) Das Vertrauen des Landes auf entschiedene Maßregeln der Re-gierung war trotz der Rüstungen seit den Ereignissen des vergangenenWinters völlig verschwunden; man glaubte auch jetzt noch nicht an denKrieg, wenigstens so lange nicht, als der Graf Haugwitz in Gemeinschaftmit den Kabinetsräthen Lombard und Beyme am Ruder des Staatessaßen, indem man annahm, daß diese Männer sich dem französischen Macht-haber gänzlich in die Arme geworfen hätten, und daher den Ausbruch desKrieges, soweit es in ihren Kräften stand, zu vermeiden suchen würden. InBerlin hatte die Besorgniß, eine abermalige Rücknahme der ernstem Maß-regeln gegen Frankreich zn erleben, auch die höchsten Kreise ergriffen, undbesonders angeregt durch den Prinzen Louis Ferdinand hatte man den Ent-schluß gefaßt, den König durch ein politisches Mémoire zn bewegen, jeneBeamten zu entlassen und gegen den frechen Mißbrauch, den Napoleon bis-her von der Friedensliebe des Königs gemacht hatte, entschieden in dieSchranken zu treten. Es wurde das Mémoire von dem GeschichtsschreiberJohannes v. Müller verfaßt, unterzeichnet von den Brüdcrn des Königs,den Prinzen Heinrich und Wilhelm, dem Schwager des Königs, dem Prin-zen von Oranien, von den Prinzen Louis und August, dem Minister BaronStein, den Generalen Rüchel, Schmettau und Phull und dem OberstenScharnhorst, und am 2. September dem Könige überreicht, von einem Briefedes Herzogs von Braunschweig begleitet. Der König fühlte sich durch die-sen Schritt höchst verlebt und ließ das Mémoire unbeantwortet.
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