Band 
Erster Theil. Erster Band.
Seite
238
JPEG-Download
 

238

„Als ich dieses schreibe erhalte ich durch zwei Stafetten,die Anlagen von dem Generale Gr. Tauentzien. Ichfreue mich, daß er bereits glücklich mit seinem Korps zuGesell angekommen ist, und zweifle nicht, daß er morgenschon über Schleiz zurück und vielleicht selbst bei Auma schoneintreffen wird, nachdem er bald nach der Absendung seinerStafette wenigstens meinen ersten Kourier erhalten habenmuß. Ich gebe ihm von E. D. Befehlen sogleich Nach-richt .... "

Nun folgen noch Mittheilungen aus Böhmen und die Wie-derholung der Bitte, zu veranlassen, daß das Neservekorps dieElbe aufwärts marschire.

Gleich nach Abgang dieses Schreibens melvete der OberstMassenbach dem Fürsten schriftlich, daß zwischen Kahla und Ru-dolstadt kein Versammlungspunkt für das Korps vorhanden sei;wie er der Ansicht sei, daß der Herzog von Braunschweig mitdem Befehl: zwischen jenen Orten am 10. mit dem Korps ein-zutreffen, nichts anderes besagen wolle, als daß dasselbe sich auf denPunkten Rudolstadt, Orlamünde und Kahla in Kolonnen lagernsolle, um damit sofort auf das linke Ufer der Saale überzugehen.Die raschen Bewegungen des Feindes schienen es ihm aber noth-wendig zu machen, die Konzentrirung an der Saale schon am 9.zu veranlassen, und zwar die Avantgarde des Prinzen Louis mitAllem, was zwischen Ilmenau und Rudolstadt stände, dergestaltam 9. zu vereinigen, daß sie am 10. über Pösneck nach Neustadtund Triptis marschiren könne, die Division Grawert bei Orla-münde, die Kavallerie des Generals Holtzendorf bei Kahla unddie Reserve des Generals Prittwitz bei Jena zu versammeln, umam 10. nach Mittcl-Pöllnitz zu marschiren; man möge ferner dasHusaren-Regmt. Gettkandt, das bei Jena, und das Füsilier-Bat.Boguslawski, das mit \ reit. Batterie bei Kahla stand, sofortnach Neustadt marschiren lassen, um den General Tauentzien auf-zunehmen, auch allen Truppen, die sich noch auf dem rechtenSaalufer befänden, den Befehl zum Haltmachen ertheilen.

Der Fürst ging auf diesen Vorschlag ein; ihm schien eseinleuchtend, daß man in der vom Herzoge befohlenen Aufstellung