Band 
Zweiter Theil. Dritter Band.
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Das Augereausche Korps, das dem Lannesschen auf ei-nige Tagemärsche gefolgt war, hatte Bromberg am 20. Novembererreicht und sich daselbst in sich vereinigt. Die leichte Kavallerie-Brigade Durosnel streifte die Weichsel abwärts bis Graudenz undforderte sogar die Festung auf. Als das Korps selbst stromauf-wärts bei Thorn vorbeizog, wurde der Ort wirkungslos beschossen.Der M. Augereau bezog Kantonirungen die Weichsel aufwärtsvon Wroclawiek bis zur Bzurra; nur die leichte Kavallerie desKorps blieb mit einem Infanterie-Regiment und 4 Geschützenvor Podgorce mit dem speziellen Auftrag, Bromberg zu sichern unddie Weichsel von Thorn bis Graudenz zu beobachten. Man be-setzte die Bazarkämpe aufs Neue und behauptete sich daselbst biszur Ankunft des Neyschen Korps. Von den Preußen wurden indieser Zeit wieder mehrere Unternehmungen über die Weichsel aus-geführt und meistens vom besten Erfolge begleitet; besonders zeich-nete sich das Füsilierbataillon Bülow aus, und brachte viele Ge-fangene ein. —

Napoleon hatte noch immer seine Anwesenheit in Berlin fürnothwendig gehalten; um aber dennoch Einheit in die Bewegun-gen der vorgeschobenen Korps zu bringen, da es möglich schien,daß die Russen über die Weichsel vordrängen, bevor noch die zu-rückstehenden Korps in die Linie eingerückt sein konnten, übergaber dem Großherzog von Berg das Ober-Kommando über das3., 5. und 7. Korps und über das seines Bruders Jerome.

Der Großherzog traf am 20. November in Posen ein, begabsich sogleich zur Avantgarde des Davoutschen Korps, und verei-nigte wiederum die Kürassier-Division Nansouty, die Dragoner-Divisionen Klein, Beaumont und Becker, die leichten Kavallerie-Brigaden Milhaud und Lasalle, welche letztere indessen erst am22. von Berlin abrückte, zu einer Kavallerie-Reserve unter sei-nem unmittelbaren Befehl. Mit dieser Kavallerie und dem Da-voutschen Korps brach er alsbald weiter gegen Warschau vor.Jerome erhielt den Befehl, mit den beiden bayerschen DivisionenWrede und Deroy, beziehungsweise von Glogau und Parchwitz inden Tagen vom 24 — 28. Nov. gegen Kalisch vorzurücken, und dieWürttemberger allein mit der Blokade von Glogau zu beauftragen.