Band 
Zweiter Theil. Dritter Band.
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Der M. Ney hatte, bei mangelnder Uebersicht des Ganzen,die weisen Absichten Napoleons mit der Enthaltung aller Feind-seligkeiten, mit dem Gebot der völligsten Ruhe für die Truppen,nicht erkannt, sondern war durch den Rückzug der Preußen aufAngerburg, und durch die Freilassung der Straße von Königs-berg nach Thorn, verführt worden zu glauben, daß er der Ar-mee einen wesentlichen Dienst leisten, und besonders den Flanken-marsch des M. Bernadotte von Mlawa gegen das frische Haffbesser decken könne, wenn er sich mehr gegen Königsberg aus-dehnte, um diese Stadt ernsthafter zu bedrohen, und seinen Geg-ner aus geringerer Entfernung zu beobachten. Schon in denersten Tagen des Januars hatte die Avantgarde unter dem Ge-neral Colbert gegen Kaltwangen, Schippenbeil, Bartenstein undHeilsberg poussirt, und mit dem Gros des Korps folgte derMarschall allmälig in die Gegend von Roessel, Bischoffstein, See-burg, Guttstadt, Liebstadt, Mohruugeu, auf beiven Seiten derAlle. Das Hauptquartier befand sich am 7. Januar bei Gutt-stadt, am 9. in Wartenburg.

Die Straße von Königsberg nach Thorn war zu dieser Zeitdirekt nur durch ein von Königsberg durch den General Rüchelvorgesandtes fliegendes Detaschement des Majors Borftell von150 Garde dü Korps gedeckt, welches meistentheils von dem Cen-tralpunkt Pr. Eylau aus, seine Vortruppen gegen die Alle ge-schoben hatte und-dem sich das Detaschement des Rittm. Ravenspäter anschloß. Es kam zwischen diesen Vortruppen und denendes Feindes hier zu vielfältigen Neckereien, in welchen die Gardedü Korps öfter Gelegenheit fanden sich auszuzeichnen. Die Straßevon Königsberg über Braunsberg auf Pr. Holland rc. wurdedurch das fliegende Korps des Generals Rouquette gesichert. Eshatte sich dasselbe beim Rückzüge des Generals L'Estocq, der frü-hern Instruktion entgegen, allmälig auf Braunsberg zurückgezo-gen, aber daselbst aus Königsberg vom General Rüchel den Be-fehl erhalten, wieder vorzugehen, um die Kommunikation mitDanzig zu behaupten, auf welchen Ort es sich auch im Nothfallrepliiren sollte. Der General Rouquette hatte sich nun bei Pr.Holland aufgestellt, und seine Posten zwischen der Passarge und