359
geschlossen, betrug 2 \ Meilen, wovon auf die Hauptfestung mitdem Retranchement etwa 23,000 Schritt kamen.
Der bauliche Zustand der Werke war fast durchgehend man-gelhaft, oft ganz ungenügend zu nennen. Seit der preußischenBesitznahme hatte man so wenig wie früher, seit der Belagerungvon 1734, an eine wesentliche oder umfassende Herstellung derHauptbefestigung der Stadt und des vorliegenden Retranchementsgedacht, denn der damals sehr beschränkte Reparatur-Fonds reichtekaum zu, um die zur Festung gehörenden Gebäude, Brücken undSchleusen nothdürftig im Stand zu halten. Die Kanten undRänder der Brustwehren und Wallgänge waren verfallen und ab-gerundet, die Feuerlinien in ihrer richtigen Höhe nicht mehr vor-handen, und die Faussebraye-Brustwehren auf den Niederungs-fronten zusammengesunken, und zum Theil nur noch an einerwenig regelmäßigen Erderhöhung zu erkennen. Nur die westlicheFront war besser erhalten, wogegen sich wiederum die Werke desvorliegenden Retranchements fast durchgängig in einer ganz un-genügenden Verfassung befanden; denn da die Böschungen daselbst,besonders auf dem Hagelsberge, der Höhe des Profils und desleichten Sandbodens wegen, eine sehr flache Anlage erhalten hat-ten, so konnten, in Folge des hinzugetretenen Verfalls, der Gra-ben und der Wall an den meisten Stellen ganz bequem überschrit-ten werden. Die Glacis -Krete und der gedeckte Weg waren fastverschwunden, und auf den Linien vom Olivaer-Thor bis zurWeichsel hatte selbst früher ein gedeckter Weg niemals zusammen-hängend bestanden.
Mehr Aufmerksamkeit war auf die Hafen-Befestigung vonWeichselmünde und Neu-Fahrwasser verwendet worden, indem be-reits 1803, bei Gelegenheit der Differenz mit England, bedeutendeSummen zur Vervollständigung jener Werke angewiesen waren.Aber gerade hieraus entsprang für die unerwartet eingetretene krie-gerische Lage der Festung im Jahre 1806 ein wesentlicher Nach-theil, da der begonnene Bau bei weitem nicht vollendet, und da-durch ein Zustand herbeigeführt worden war, welcher, statt diekriegsfertige Einrichtung zu fördern, vielmehr einen höchst stören-» den Aufenthalt durch die nothwendige Beseitigung oder Reguli-