Band 
Zweiter Theil. Dritter Band.
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ganisation des ganzen Verpflegungswesens, woran nicht zu denkenwar, da obenein die Friedenspartei im Geheimen das Ihrige bei-trug, die getroffenen Anordnungen zur Erleichterung der Verpfle-gung unwirksam zu machen. In Betreff der Verstärkungen warwohl für den Augenblick kaum noch etwas nachzuholen.

In Betracht des Mißverhältnisses der Streitkräfte und dermangelhaften Verpflegung, welche die Truppen nur gerade vordem Verhungern schützte, erklärte der General Bennigsen auf dasBestimmteste, daß er vor der Ankunft der Verstärkungen und ohnedie nöthigen Magazine nicht angriffsweise verfahren könne. Ererkannte an, daß der Fall von Danzig ein großes Unglück fürdie allgemeinen Angelegenheiten sein würde, aber er erklärte auch,daß er das Unglück für viel größer erachte, wenn die Armeedurch eine Offensiv-Operation der gewissen Niederlage entgegen-geführt werden solle.

Man war durchaus einig, daß irgend etwas zu Gunsten Dan-zigs geschehen müsse, aber über die Wege zum Ziele war manverschiedener Ansicht. Der General Bennigsen erwartete nur voneiner allgemeinen Offensive, welche die Franzosen über die Weich-sel zurückwarf, einen günstigen Erfolg. Eine russische Partei undAlles, was Preuße hieß, verlangte eine Expedition auf der Neh-'rung zum Entsatz von Danzig. Der General Bennigsen erklärtesich bestimmt dagegen, schlug aber, gewissermaßen gezwungen, umden Verdacht des bösen Willens zu entfernen, vor, eine solcheUnternehmung zur See auszuführen, sagte indessen auch hier ei-nen unglücklichen Ausgang voraus. Man ging auf diesen Vor-schlag ein.

Bevor indessen die Anordnungen zu diesem Unternehmen be-trachtet werden, wird es nothwendig, den Zustand der Dinge aufder Frischen Nehrung und auf dem Frischen Haff zu betrachten.

Nach der Wegnahme der Danziger-Nehrung am 26. Märzbesaßen die Franzosen unmittelbar nicht die Kräfte, sich sofort bisgegen Pillau ausdehnen und sich auf der Nehrungsspitze verschan-zen zu können, um dadurch die Fahrt aus dem Haff in das Meerund größere Landungen auf der Frischen Nehrung unmöglich zumachen. Es war somit auch Verbündeterseits durch die Festhal-