Band 
Zweiter Theil. Dritter Band.
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als er diese nicht nur steil, sondern auch 27' hoch fand. Eswurde ihm hierdurch unmöglich, ohne weitere Vorbereitungenin den Graben hinabzusteigen, weshalb er abermals zum Mi-neur seine Zuflucht nehmen mußte, um die steile Böschung derKontte - Eskarpe vor der linken Face des Bastions Jerusalemabzuflachen. Es hemmte dies wiederum den Belagerer in seinenFortschritten und in den Vorbereitungen zum Sturme. Wäre dieGrabendescente bereits in größerer Entfernung vom Grabenrandebegonnen worden, so würde man zur Zeit bereits alle Schwierig-keiten in dieser Beziehung überwunden gehabt haben. Die Un-terlassung dieser Maßregel beruhte theils auf der völligen Unkennt-niß des Grabenprofils, theils auf der schon früher kundgegebenenVoraussetzung, die Festung werde sich ergeben, ohne den Angriffzu nöthigen, eine regelmäßige Belagerung mit allen Details durch-zuführen. Ein anderes Haupthinderniß für den Belagerer warendie Pallisaden am Fuß der Eskarpe, welche das Artillerie-Feuernoch nicht erreicht hatte. Bei der bedeutenden Stärke derselbenwurde es unmöglich, sie abzuhauen, und man mußte sich ent-schließen, sie auszugraben. Bevor man indessen hierzu schritt,versuchte man, um Zeit und Menschen zu schonen, sie in der Nachtanzuzünden. Um 11 Uhr war es in der That einigen Sappeursgelungen, durch angehängte Brandfaschinen die Pallisadirung imGraben in volle Flammen zu setzen, doch verlöschte der Brandnach einer halben Stunde von selbst.

Von den 24 Mann Wache in der Barmherzigen Brüder-Schanze desertirten 16 Mann, lauter Polen. Sie waren bereitsin einem Kahne auf dem Wasser, als ein Unteroffizier und eintreuer Schütze bei dem schlechten Winde den die Ueberläufer hat-ten, den Augenblick benutzten, um den einen niederzuschießen unddann die andern ohne Mühe zu arretiren. Die Desertion nahmim Allgemeinen immer mehr überhand.

Am 20. Mai. Während des ganzen Tages arbeitete derBelagerer an der Vollendung des Durchschnitts durch den gedeck-ten Weg behufs der Grabendescente. Da man diesen Arbeitenvon Seiten der Festungs- Artillerie keinen genügenden Widerstandentgegensetzen konnte, so wurde Nachmittags 4 Uhr ein Ausfall