Band 
Zweiter Theil. Vierter Band.
Seite
27
JPEG-Download
 

27

vorgegangenen Feind in Flanke und Rücken zu nehmen. Zu glei-chem Zweck gingen die Jäger der Besatzung in die Außenwerkerechts des Ravelins gegen die Oder. Das feindliche Infanterie-Feuer wurde hierdurch merklich gelöscht und in den folgenden Ta-gen nur mäßig unterhalten.

Fortgesetzt von Napoleon gedrängt, die Einnahme von Glo-gau zu beschleunigen, stand Jerome im Begriff, einen Angriffauf den Brückenkopf auf dem rechten Oder-Ufer zu versuchen;indessen traten Verhältnisse ein, welche die Ausführung behinder-ten. Jerome erhielt nämlich den Befehl, vor Glogau nur eineDivision zu belassen, mit dem Rest des Korps aber schleunigstgegen Kalisch aufzubrechen.

In Folge dessen brach die bayersche Division Deroy am 25.von Glogau auf, ging bei Beichau über die Oder und über Lissanach Kalisch; die Division Wrede verließ das Barackenlager beiPolkwitz, überschritt bei Steinau die Oder auf einer Brücke, zuderen Bau der von der Erpedition gegen Breslau zurückgekehrteGeneral Montbrun die Schiffe zusammengetrieben hatte, und ver-einigte sich am 28. mit der erstgenannten Division bei Kalisch,von wo aus die beiden bayerschen Kavallerie-Brigaden Lefebvreund Mezzanelli über die Marthe poussirtcn.

Vor Glogau war die etwa 8000 Mann starke Württember-gische Division verblieben, welche bei ihrer Schwäche nur 1 Ba-taillon auf dem rechten Oderufer beließ, mit dem Rest aber am26. auf das linke Ufer überging. Napoleon übertrug dem fran-zösischen General Vandamme die Fortführung der Blokade, dochtraf derselbe erst am 28. bei Glogau ein. Die Kavallerie-Bri-gade Montbrun sicherte die Blokade gegen Breslau durch eineAufstellung bei Polkwitz.

In der Nacht zum 28. ging ein Komplott von 96 Manndes 3. Musketierbataillvns von Zastrow zum Feinde über. DieDeserteurs hatten das Domthor, die Barrieren und Aufziehbrücken,die Zerbauer Redoute und die Brücke über die alte Over gesprengt,die Artilleristen in der Redoute theils verwundet, theils zur De-sertion gezwungen und die Kanonen daselbst vernagelt.

Am 28. wurde ein anderes Komplott im 3. Musketierba-