Band 
Zweiter Theil. Vierter Band.
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Der General Vandamme gelangte noch am 6. mit der Avantgardeder württembergischen Infanterie bis Lissa.

In Folge der Nachricht von der Rückkehr eines Theiles derbayerschen Truppen aus Südpreußen gegen Breslau sandte dasGouvernement am 7. Dezember den Artillerie-Lieutn. Fiebigmit der Hälfte der neu errichteten reitenden Batterie, einiger In-fanterie und 30 Pferden auf das rechte Oder-Ufer, um alleBrücken über die alte Oder zu zerstören, und zugleich die Kase-matten des verlassenen Werkes an der Paßschleuse, beim Ausflußder alten Oder aus der neuen oberhalb Breslau, zu demoliren.Beide Unternehmen gelangen vollständig, und gelegentlich nahmman den französischen Hauptmann Debruir gefangen, der vomGeneral Vandamme aus Lissa an Jerome geschickt worden war,um ihm die Nachricht von der Einnahme von Glogau zu brin-gen. Aus der in Stücken zerrissenen Depesche entnahm man,daß der Feind bei Kosel, unterhalb Breslau, eine Brücke überdie Oder schlagen wolle, und der Gefangene selbst sagte aus, daßNapoleon dem Jerome, und der M. Berthier dem General Van-damme aufs Ernstlichste versichert hätten, Breslau sei ein durch-aus unhaltbarer Platz, der sich nicht 5 Tage behaupten könne.

Ebenfalls am 7. rekognoszirtc der General Vandamme, be-gleitet vom Artillerie-General Pernetp und vom Ingenieur-Ober-sten Blein, den Platz, um den Angriffspunkt zu ermitteln. Diezur Belagerung disponiblen Truppen waren zu schwach, um sichan der obern Oder aufzustellen, wo man den Beunruhigungender preußischen Parteien aus den übrigen Festungen zu sehr aus-gesetzt schien; man beschränkte sich daher vorläufig auf das Ter-rain an der untern Oder und wollte sich rechts bis gegen dieOhlauer Vorstadt ausdehnen. Der Bau zweier Parallelen undzweier Wurfbattericn, rechts und links der Nikolai-Vorstadt, wurdebeschlossen, und zwar um so mehr diese Vorstadt zum Angriffs-punkt bestimmt, als der Oberst Blcin die Hoffnung hegte, daßer daselbst auf ein Batardeau in Erde treffen würde, das denUebergang über den Graben erleichtern könne.

Die sämmtlichen Gefäße der Schiffbrücke unterhalb Glogauwurden die Ober aufwärts geschafft, um unterhalb Breslau zu