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Zweiter Theil. Vierter Band.
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erschüttert; nunmehr glaubte man aber auch in Breslau sich ver-rathen und verkauft und sah die Uebergabe ganz nahe. Hierzukam, daß die Soldaten der Bürgerschaft verpflichtet waren, indemsie sich nicht allein einer für die damaligen Verhältnisse großenZuvorkommenheit zu erfreuen hatten, sondern auch während derDauer der Belagerung durch dieselbe fortgesetzt aufs Reichlichsteverpflegt worden waren; Warmbier, ganze Waschfässer voll Fleisch,Erbsen, Graupen, Sauerkohl k. hatte man den Truppen auf dieWerke gesandt, und darin hatten Reiche und Aermere gcwettei-fert. Aus dieser Fürsorge war ein Gefühl von Dankbarkeit ent-sprungen, das nun auch nicht zugeben wollte, daß die Einwohnerfür ihre Opfer und erlittenen Drangsale der Herrschaft des Fein-des ohne Noth übergeben würden. —

Es ist bereits erwähnt worden, daß der Fürst von AnhaltPleß sich am 28. Dezember Morgens entschlossen hatte, einenneuen Entsatzversuch zu unternehmen. Der Graf Götzen ricthdavon ab, da der Feind bereits alle seine Verstärkungen an sichgezogen hatte, wünschte aber, daß man die feindlichen Truppenaus der Gegend von Strehlen und aus Ohlau vertriebe, um zudem früher erwähnten Zweck die Stellung bei Strehlen hinter derOhlau zu beziehen. Der Fürst ging auf diesen Wunsch ein.

Es wurde angeordnet, daß die Infanterie des kleinen mo-bilen Korps sich 1 Meile vorwärts Michelau, die Kavallerie beiKonradswalde versammle, und beide sich vereinigten, um, gedecktdurch den Hochwald, zu ruhen und dergestalt weiter vorzugehen,daß der Feind mit Tages-Anbruch des 29. bei Schweinbratenüberfallen werden konnte; 200 Pferde sollten die rechte Flankegegen Ohlau decken, und 100 Pferde die Straße nach Breslauwährend der Erpedition beobachten. Ferner sollten von Bricgaus das 3. Bataillon von Malschitzky, 100 Jäger und Schützenaus Kosel und Brieg, 40 Zimmerleute und 100 Pferde nebst4 —3pfündern auf Ohlau marschiren, diesen Ort, falls er nochvom Feinde besetzt wäre, nehmen, die Oderbrücke abbrechen, dieOhlaubrücke aber besetzen.