Band 
Zweiter Theil. Vierter Band.
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Mitternacht zum 27. und von 3 —4 Uhr wurde die Stadt bom-bardirt. —

Bisher war seit dem Brande des Jesuitergebäudes jedesneu aufgehende Feuer glücklich gelöscht worden, obgleich die Be-lagerer dem Kreuzherrnstifte, worin sich ein kleines Viktualien-Magazin befand, sehr zusetzten. In dieser Nacht indessen wurdeein Artillerieschuppen mit Artillerie-Geräth und einem nicht un-beträchtlichen Heuvorrath in Asche gelegt. Das Feuer ergriff auchdie königliche Bäckerei, und das Gebäude brannte bis auf dieOefen nieder; ein beträchtlicher Mehl- und Brodvorrath ging ver-loren. —

Am 27. in der Nacht zum 28. und am 28. wurde das ge-genseitige Feuer in der gewöhnlichen Art unterhalten. Die zurNachtarbeit kommandirten Mannschaften der Besatzung mußtenvon nun ab sich vollständig armirt gestellen, um erforderlichenFalls mit zur Vertheidigung benutzt zu werden. Ein Spannjochder Schleuse Nr. 1. wurde in der Nacht zum 28. zerschossen, abersogleich durch ein neues ersetzt.

In der Nacht zum 29. schwieg das feindliche Feuer, am29. aber wurde es aus allen 12 Batterien mit großer Heftigkeiterneuert, und gelang es dem Feinde am Abend, das Stroh- undHeumagazin in der Enveloppe zunächst der Kardinals -Redoute,in Flammen zu setzen, wodurch der größte Theil des Heuvorrathsder Garnison verbrannte, da nur noch ein kleines Magazin mitdiesem Artikel in der Friedrichsstadt übrig blieb. —

Die Nacht zum 30. verging ruhig, bis auf das Feuer derfeindlichen Jäger, die bis an den Grabenrand vordrangen, aberdurch das Gewehrfeuer der Enveloppe zurückgewiesen wurden.

Durch ausgesandte Kundschafter hatte man erfahren, daß derFeind in Glumpenau in verschlossenen Scheunen an Maschinenund flachen Fahrzeugen arbeite, so daß man um so mehr vermu-then konnte, er beabsichtige die Schleuse Nr. 1. durch Branveroder Erplosions-Maschinen zu zerstören, als auch das Feuer derlinken Flügel-Batterien vorzugsweise gegen diese Schleuse gerich-tet war. Man traf von Seiten der Besatzung daher die nöthigenVorkehrungen, um ein solches Projekt zu vereiteln; man befestigte