Band 
Zweiter Theil. Vierter Band.
Seite
286
JPEG-Download
 

286

jagte der feindliche Posten in Rheinsdorf die Arbeiter und die Be-deckung, und füllte in der folgenden Nacht die bereits gemachteOeffnung wieder zu.

Am 9. April zerstörte der Feind die Brücken über die Klod-nitz bei Pogorzellitz und Klodnitz, um sich mehr gegen die Be-satzung zu sichern.

Um Mittag kam ein Bote mit der Nachricht, daß der Lieu-tenant Witowski am 5. die Nacht durch marschirt, am 6. gegenMittag das 8 Meilen entfernte Nikolai erreicht, und daselbst aufdie polnischen Insurgenten unter dem Fürsten Sulkowski ge-stoßen sei. Sie wären sogleich angegriffen, geworfen, und bisMislowitz verfolgt worden, wo sie sich zwar gesammelt hätten,aber aufs Neue angegriffen und gänzlich zerstreut worden wären.Der Lieutenant Witowski war selbst verwundet, und in Kiefer-städtel zurückgeblieben; der Lientenant Baumgarten, welcher dasKommando übernommen, hatte sich nach der Over, 1 Meile un-terhalb Ratibor, zurückgezogen, und fragte an, auf welchem Wegeer würde zur Festung gelangen können. Der Bote ging sogleichmit der Anweisung zurück, das Kommando möge sich eiligst aufdem linken Oder-Ufer über Dembowa und Köbclwitz nach derFestung ziehen.

Der feindliche General Raglowich hatte die Ueberfahrten beiDziechowitz und Krappitz und die Brücke bei Oppeln wieder her-stellen lassen, um die Verbindung mit dem rechten Oder-Ufer zusichern, wo an diesem Tage der Major Wreden durch den Oberst-Lieutenant Grafen Taris abgelöst, und das Detaschement nochdurch 1 Kompagnie, 2 fahrende 6Pfünder uud den Rest der vor-handenen Kavallerie verstärkt wurde.

1 ) Dieser Fürst Sulkowski hatte einiges Gesinde! gesammelt und Na-poleon den Antrag gemacht, mit dem von ihm errichteten polnischen Regi-ment bei der Belagerung von Kosel mitzuwirken, und dieser hatte auch beidem Mangel an Truppen Jerome angewiesen, von dem Anerbieten Ge-brauch zu machen, doch ergab sich, daß der von dem Sulkowski gesammelteHaufen nur dazu dienen konnte, um das Land zu verwüsten, gegen die ar-men Bewohner Krieg zu führen.