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Zweiter Theil. Vierter Band.
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2400 Mann starken Blokade-Truppen gänzlich aus dem Feldehätten schlagen können. —

Der Monat Mai verging unter einer Menge kleiner Necke-reien, kleiner Ausfälle zur Eintreibung von Vieh rc., ferner mitEinebnung der feindlichen Belagcrungs-Arbeiten, und den erfor-derlichen Arbeiten zur Instandsetzung der Werke, der Artillerie rc.Die Ausfälle wurden größtentheils durch Signale aus der Festungdem Feinde verrathen, so daß man ihn meist vorbereitet fand,und unvcrrichtet abziehen mußte. Man bemühte sich vergebens,den Verräthcr zu entdecken. Die Desertionen hatten wiederum sehrzugenommen; es desertirten ini Laufe des Mai's 83 Mann.

Der Gesundheitszustand der Garnison hatte sich täglich ver-schlechtert; es starben in den Lazarethen zusammen 225 Mannim Laufe des Mai's, und doch war noch ein Bestand von 600Kranken. Die Stärke der dienstthuenden Garnison betrug 2550Mann incl. der vielen Rekonvaleszenten, die geschont werden muß-ten, so daß man nur die Hälfte als wirklich gesunde Mannschaftrechnen konnte. Die Bekleidung der Mannschaft wurde täglichschlechter, und gar keine Mittel Hülfe zu verschaffen, vorhanden.

Am 1. Juni brachte ein feindlicher Parlamentair ein Schrei-ben des Generals Raglowich, worin derselbe eine Zusammenkunftmit dem Kommandanten, wo möglich in der Festung, für denfolgenden Tag nachsuchte. Der Kommandant berief den MajorBrünnow, als ältesten Stabsoffizier der Garnison, die 3 Inge-nieur-Hauptleute Otto, Lebauld de Nans und Keibel, und denPlatzmajor Pusch zu sich, erklärte diese Offiziere zu Mitgliederneines permanenten Kricgsraths, dessen Ansichten er künftig in allenbedeutenden Fällen hören wolle, und fragte an, ob es zweckmäßigsei, den feindlichen General in die Festung zu lassen. Der Kricgs-raih bejahte die Frage, bestimmte aber, daß der feindliche Gene-ral alle etwa zu machenden Anträge schriftlich einreichen solle, daman ihm auch nur schriftlich, nach vorheriger Berathung, zu ant-worten beabsichtige.

In diesem Sinne wurde das Schreiben des Generals Ra-glowich beantwortet, und am 2. Juni 4 Uhr Nachmittags trafdieser General mit dem Major Wreden vor der Rogauer-Redoute