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Giersdorf durch Jäger und Kavallerie besetzt blieben. Die preu-ßischen Vorposten gingen bis über den Paßberg hinaus vor. *)Der Major Graf Roggendorf schickte am Morgen des 30.250 Schützen unter dem Hauptmann Rckowski und 60 Pferdeunter dem Lieutenant Fischer von Silberberg aus vor, um dieDörfer Raudnitz, Lampersdorf, Wiegelsdorf und Langen-Bielau
1) Bei dieser Gelegenheit darf man es nicht unterlassen, der seltenenpatriotischen Gesinnung eines Bewohners von Giersdorf, Namens Rhein-feld, so wie seiner ganzen Familie zu gedenken. Vom ersten Tage der An-näherung des Feindes beobachtete er die kleinsten feindlichen Bewegungen,und kam sofort auf seinem einzigen Pferde, oft auf großen Umwegen, nächGlatz gejagt, um Bericht zu erstatten, und öfter auch sehr richtig angelegteProjekte zum Angriff des Feindes mitzutheilen. Zuletzt wurde der Feindausmerksam, und wie der rc Rheinfeld glaubte, durch Verräthcrci des Schul-zen; er erhielt dreifache Einquartierung, wurde aufs Schärfste beobachtet,gemißhandelt und all seines Viehes beraubt; doch seine Vaterlandsliebe da-durch nicht einen Augenblick wankend gemacht. Er hatte sein Pferd imWalde verborgen, und wenn er selbst sich der Beobachtung nicht entziehenkonnte, so sandte er seinen kleinen Bruder. Als ihm auch das Pferd ge-nommen wurde, und er durch Gram und Mißhandlungen in eine schwereKrankheit verfiel, beschäftigte ihn lediglich der Gedanke, etwas zum From-men der preußischen Sache zu bewirken. Seine Mutter, Bruder und Schwe-ster mußten den Feind beobachten, und Letztere, wenn eine Veränderungvorgefallen war, Semmeln in das feindliche Lager bringen, und sich dannnach Glatz schleichen. So kam sie einmal mit ihrem kleinen Bruder zu-sammen nach der Festung, und legte dem Grafen Götzen mündlich ein Pro-jekt zur Aufhebung des Postens von Wartha vor; es enthielt die Beschrei-bung aller Zugänge, der Stärke des Feindes, seiner Posten und der Artund Weise, diesen zu umgehen, und war so richtig ausgedacht, daß der Grafes gewiß ausgeführt haben würde, wenn der Feind nicht gerade zu dieserZeit seine Stellung verändert hätte. Der rc. Rheinfeld hatte das Projektden beiden Kindern so oft vorerzählt, bis sie es auswendig gelernt hatten.Bis zu dem letzten Augenblick blieb er sich gleich, und noch nicht wiederhergestellt, war er der Erste, der bei der Einschließung die Nachricht vondem Anmarsch des Feindes nach Glatz brachte. Nie sprach er von demKönige ohne Thränen in den Augen, und wünschte zu sterben, wenn er ihmnur etwas zu Liebe thun könne. Er nahm nie Geld, und die kleinen Ge-schenke, welche der Graf Götzen zuweilen seinen Geschwistern gab, so wiedie Uebersendung von Wein und Medizin während seiner Krankheit betrach-tete der rc. Rheinfeld immer als unverdiente Gaben. —