508
Der Lieutenant Blankenburg, der auf seinem Rückmarsch vonNaugardt nach Greiffenberg das Dorf Triglaff bereits erreichthatte, als das Feuer bei Naugardt hörbar wurde, war umgekehrt,und trotz der beunruhigenden Nachrichten, welche die Flüchtlingebrachten, im Vorrücken geblieben, bis ihm die sichere Nachricht vondem günstigen Ausgang des Gefechtes zugegangen war, woraufer den Marsch nach Greiffenberg fortsetzte.
Ungeachtet des glücklichen Ausganges dieses Gefechtes, wardoch wenig gewonnen. Das Schill'sche Korps war völlig er-schöpft und ein drückender Mangel an Munition eingetreten; aucherhielt Schill durch die Gefangenen die bestimmte Nachricht, daßder Feind mit 4000 Mann Infanterie, 1 Regiment Kavallerieund 16 Geschützen unter dem General Teuliö im Begriff ständeauf Kolberg vorzudringen. Unter diesen Umständen beschloß er,noch in der Nacht den Rückzug hinter die Rcga anzutreten, sichseinen Hülfsquellen zu nähern, und namentlich mit Munition zuversehen. Der Lieutenant Fabe sollte das Amt besetzt behalten,um den etwa auf's Neue andringenden Feind, wenn auch nureinige Zeit, aufzuhalten. Schill gedachte in Greiffenberg Muni-tion und Verstärkung zu finden, um welche er die Kommandanturvon Kolberg hatte ersuchen lassen, und dann sofort wieder aufNaugardt vorzugehen, um dem Lieutenant Fabe Unterstützung zubringen, oder, wenn der Feind nicht drängte, das Amt, an dessenmehreren Befestigung mit größtem Eifer gearbeitet werden sollte,stärker zu besetzen.
In der Nacht zum 18. trat das Korps bei dem entsetzlich-sten Wetter und in grundlosen Wegen den Marsch nach Greiffen-berg an; der Volontair Kayser machte die Arrieregarde.
Der Lieutenant Brünnow war mit 25 Pferden in Naugardtgeblieben und ging, nachdem er hatte abfüttern lassen, noch in derNacht auf Langkavel vor. Bei Tagesanbruch des 18. entdeckteer auf den Höhen hinter dem Orte den Feind und zog sich, sei-ner Instruktion gemäß, zurück. Nur um einen Posten zu befreien,
für einen Spion hielt, ihm dann aber sein volles Vertrauen schenkte undOffizierdicnste thun ließ. Später trat er ganz in die Armee über.