Band 
Zweiter Theil. Vierter Band.
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Westseite des Hafens ohne Weiteres zu begegnen, und es stelltesich daher die Nothwendigkeit der schleunigsten Befestigung derMaykuhle immer mehr heraus. Man hatte wohl schon früherdiese Nothwendigkeit wahrgenommen, aber noch nicht Hand ansWerk gelegt — ob wegen Mangels an Arbeitskräften und Mit-teln, mag dahingestellt bleiben.

Die Schill'sche Infanterie, in so elendem Zustande sie sichauch befand, wurde zu den fortifikatvrischen Arbeiten an der May-kuhle bestimmt, und die Leitung dem Ingenieur-Lieutenant Böhn,der später durch den ranzionirten Artillerie-Lieutenant Fabe ersetztwurde, übertragen.

Im Allgemeinen umgab man das Gehölz der Maykuhlevon der Küste bis zur Persante in einem Bogen von 1600 SchrittAusdehnung mit einer zusammenhängenden Verschanzung. Deram meisten ausgesetzte rechte Flügel wurde durch eine Linie gebil-det, welche die daselbst, zum Theil zu ansehnlicher Höhe, auf-steigenden Dünen senkrecht durchschnitt. Sie enthielt hochgelegeneBatterien für 1 bis 2 Geschütze auf den hcrvortretendsten Dünen,um die vor der Front befindlichen Erhebungen und Schluchtenzu kommandircn; niedrige Brustwehren für Infanterie verbandendie Batterien untereinander. Bon der dem Strande zunächst ge-legenen Batterie zog sich eine Brustwehr, etliche 50 Schritt lang,nach rückwärts am Abhänge der Dünen, parallel mit dem Strande,somit einen Haken mit dem rechten Flügel bildend. Da wo dieseBrustwehr aufhörte, wurden zwei Verhaue hinter einander querüber den Strand nach der See geführt, um den Strand vollstän-dig zu sperren. Als diese Verhaue durch die Wellen bei einge-tretenem Nordwinde zerstört wurden, bildete man die erste Sperr-linie nur theilweise durch einen Verhau, an welchen sich durchKetten mit einander verbundene spanische Reiter anschlössen, diebis in die See reichten und so leicht waren, daß man sie bei stür-mijchem Wetter durch wenige Mann rasch fortschaffen und beieingetretenem ruhigen Wetter wieder an Ort und Stelle bringenkonnte. Die zweite, 25 Schritt hinter der ersten liegende paralleleîinie, begann bei den Dünen mit eingegrabcncn Stämmen, hin-ter welchen man Bankets für Schützen anlegte, wurde dann durch