und durch ihr Beispiel die Soldaten zur Nacheiferung fortgerissen.')Es sind schon öfter die Namen von Offizieren genannt worden,welche sich freiwillig den einzelnen Unternehmungen angeschlossenhatten, und man hatte mit Recht unter den obwaltenden Ver-hältnissen dem von oben her nicht gewehrt. —
Die Vorpostengefechte wurden von nun an immer heftiger undblutiger, die Arbeiten immer schwieriger, aber diese dennoch vonbeiden Theilen selbst während der Gefechte keinen Augenblick aus-gesetzt. Die Besatzung setzte alle Kräfte an, die Vertheidigungs-Anstalten in der Lauenburger-Vorstadt zu beenden und zu ver-vollkommnen, da neben der Besorgniß eines gewaltsamen Angriffsaus diese Vorstadt, auch der Augenblick des Beginnens der förm-lichen Belagerung sich näherte. Der Hauptwall und die Außen-werke der Angriffsfront wurden von allen nicht ganz tauglichenGeschützen befreit und diese durch bessere ersetzt. Der Feind ar-beitete mit großer Emsigkeit an der Grenadier-Schanze, diesenseinen Stützpunkt für die fernere Belagerung.
In der Nacht zum 17. Juni, während der Gefechte aufallen übrigen Punkten der feindlichen Aufstellung, hatte der Be-lagerer die nach der Festung gerichtete Brustwehr der Grenadier-
1) Der Fähnrich Uklanski bat seine Leute bei dem Rückzüge von derMatz-Schanze ja wie er selbst rücklings zu gehen, damit sie nicht von hin-ten verwundet würden; das sei für den Soldaten eine Schande.
2) Der Major Gneiscnan rühmt in seinem Bericht an den König denedlen Wetteifer der Offiziere, und fügt dann hinzu:
„Ein einziger Offizier hat sich feigherzig betragen; er ließ sich unterdem Borwand zurückbringen, er sei verwundet. Er ist ohnedies ein Trin-ker. Ich habe also befohlen, daß ihm die Uniform ausgezogen und er überdie Vorposten gebracht werde. Erst den Tag vorher hatte er mir einenRevers gegeben, sich besser zu betragen; wo nicht, fo erkenne er sich fürunwürdig, länger Offizier zu fein. Ich bitte E. Majestät allcrunterthänigst,diesen Akt der Gerechtigkeit, auf einem isolirten Punkt ausgeübt, huldreichstzu genehmigen. In dieser Krisis können E. M. nur brave Offiziere ge-brauchen." Der König antwortete: „Ich genehmige vollkommen, daß Ihrdenjenigen Offizier, welcher sich nach Eurer Anzeige feigherzig betragen, undunter dem falschen Vorwande, verwundet zu sein, hat zurückführen lasse»,in der geschehenen Art weggejagt habt." —