Band 
Zweiter Theil. Vierter Band.
Seite
684
JPEG-Download
 

684

den stießen, so daß beim Vordringen der Franzosen über die Peene,die ganze schwedische Macht, inbegriffen die Landwehr, wohl 15,000Mann betragen haben dürfte.

Napoleon hatte bei dem ununterbrochenen Verfolgen seinerVortheile anfänglich so wenig das preußische als das schwedischePommern beachtet. Erst nach der Kapitulation des BlücherschenKorps erhielt der Marschall Mortier den Befehl, mit dem durchHeranziehung von Ergänzungen und Verstärkungen aus dem In-nern von Frankreich auf 30,000 Mann zu bringenden 8. Korps,die Mündungen der Weser, Elbe und Trave zu sichern, die Hanse-städte zu besetzen, die Kontinentalsperre aufrecht zu erhalten, mitden Hauptkräften jedoch eine Aufstellung zwischen Elbe und Oderzu nehmen, das Mecklenburgische im Namen des französischenMachthabers in Besitz zu nehmen und bereit zu sein, gegen dieSchweden zu operiren oder an die große Armee herangezogen zuwerden, wenn der bevorstehende Kampf mit den Russen dies er-heischen sollte.

Der erstere Theil der oben erwähnten Aufgabe wurde derholländischen Division Michaud übertragen, nachdem die an derNordsee verwendeten italienischen Regimenter nach Magdeburgunter dem Befehl des Generals Tculiä gezogen worden waren.Mit den Divisionen Granjean und Dupas — 23 Bataillone,12 Schwadronen, 2 Kompagnien Fuß - und 3 Kompagnien leich-ter holländischer Artillerie') — nahm der Marschall nach undnach eine Aufstellung auf dem rechten Ufer der Peene und ver-legte sein Hauptquartier am 12. Dezember 1806 nach Anklam,Posten an der Peene, den schwachen, schwedischen Vorposten ge-genüber.

In dieser Aufstellung erwartete der Marschall die ihm ver-heißenen Verstärkungen, die bis zum 4. Januar 1807 nach undnach eintrafen, und in dem 12. und 15. leichten, 22. und-58.Linien-Jnfanterie-Regimentern oder 8 Bataillonen bestanden.

Während dieses Aufenthalts an der Peene hatten die preu-

1) Diese Stärkeangabe scheint falsch z» sein, selbst wenn man die Ba-taillone als sehr schwach betrachten wollte.