Band 
Zweiter Theil. Vierter Band.
Seite
711
JPEG-Download
 

711

von 3000 Mann bestimmt, welche bei Goldberg landen sollten.Eine zweite Kolonne von 1500 Mann sollte von Stralsund ausabgehn und auf der Halbinsel nordwestlich von Goldberg landen.Gearbeitete Küstenbatterien sollten die feindlichen bewaffneten Fahr-zeuge beim Einschiffen entfernt halten; schwimmende Batterien soll-ten die Flanken der Kolonnen sichern, das Landen decken. Dielandenden Truppen sollten sich zunächst der schwedischen Küstenbat-terien bemächtigen, sie durch einige Artilleristen bemannen unddiese Batterien in Gemeinschaft mit den pommerschen Batterien,die Verbindung zwischen beiden Küsten erhalten. Nach Wegnahmejener Batterien, sollten sich die beiden Kolonnen bei Kabelow oderBentz vereinigen, und eine Aufstellung nehmen, in welcher sie sichbis zum Eintreffen neuer gelandeten Kolonnen zu behaupten hat-ten. Zur Erleichterung der Landung sollten Schein-Angriffe vonStralsund und dem Dänholm aus ober- und unterhalb Alte-Fährden Gegner beschäftigen.

Die Lage der Schweden auf Rügen war nicht besonders gün-stig. Die Vorräthe der Insel, von denen seit dem Januar nichtnur die Bewohner von Stralsund, sondern auch die schwedischen,preußischen und englischen Truppen gezehrt hatten, waren erschöpft.Vorräthe aus Schweden herbeizuschaffen, hatte große Schwierig-keiten. Die Truppen waren durch den Abmarsch der Preußen undEngländer und durch die vorangegangenen Ereignisse sehr entmu-thigt. Der durch Krankheit und Beschwerden erschöpfte National-soldat sehnte sich nach der Heimath; die geworbenen Soldatenwaren zur Desertion geneigt; eine Unterstützung durch die Englän-der stand nicht zu erwarten; die Zeit nahte heran, wo die Aequinok-tialstürme die Einschiffung immer schwieriger machten. Alles diesbewog den König von Schweden, den Gedanken an eine Uebcr-winterung auf Rügen aufzugeben. Selbst erkrankt, begab sich derKönig nach Bergen und übergab am 31. Aug. dem General Tolldas Kommando, mit der Vollmacht, Unterhandlungen einzuleiten.

Der General Toll versuchte anfänglich einen Waffenstillstandzu vermitteln, dann die Neutralität von Rügen zu erwirken; derM. Brune wies indessen alle Vorschläge zurück und verlangteeinfach die Räumung der Insel. So bequemte sich denn der