6
Fuß vor, auf welchen er das Gewicht des Körpers stützte,während der rechte Fuß sich ausstreckte; die Pike wurde mitdem Stachel in der Nähe des ausgestreckten rechten Fußesfest in den Boden gestoßen, während die linke Hand in derNähe des linken Knies die Pike dem anstürmenden Reiterentgegen hielt. Die rechte Hand führte den Degen. Umdem Feinde die Pike zu verbergen, schleppten die Pikenieredieselbe hinter sich her, wobei sie die Pike mit der rechtenHand unter der Spitze faßten, und in der Nähe der rechtenHüfte fest an den Körper drückten. Nach Wallenhausengeschah das Ererzieren mit der Pike nach 21 Commando-Wörtern.
DaS Ererzieren mit der Muskete geschah nach 143 Kom-mando-Wörtern, wovon zum Feuern.und Wiederladen alleinschon 99 Tempos erfordert wurden. An der linken Handschleppte der Musketier die Gabel und hielt mit den dreiletzten Fingern dieser Hand die brennende Lunte; er mußteacht geben, daß die Lunte im Hahn die Zündpfanne berührte,überdies mit der linken Hand die Gabel unter die Musketebringen, mit dem Daumen der rechten Hand die Musketerichten, und mit den vier übrigen Fingern, so lange erzielte, die Zündpfanne bedecken. Hatte er sein Gewehr ab-gefeuert, so beschüttete er die Pfanne wieder mit Pulver,schloß dieselbe, brachte die Pulverladung in den Lauf, sodanndie Kugel und zuletzt den Pfropf. Als Zielpunkte warendem Musketier die Schenkel der Infanteristen und die Brustder Pferde bestimmt. Befand sich der Musketier in Kriegö-zeiten auf Schildwache, so mußte seine Muskete immer aufdie Gabel gelehnt sein, in welcher Stellung er sich jedemvorübergehenden Offizier zeigte, wobei er noch mit der rech-ten Hand den Hut abnahm und dem zu beehrenden Vorge-setzten seine Reverenz machte.
Die Compagnie stand 10 Mann hoch und war in dreiZüge abgetheilt, wovon die beiden Flügelzüge 'aus Musketierenund der mittlere Zug aus Pikenieren bestanden. Der Haupt-mann befand sich vor dem ersten und der Lieutenant vor dem