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Die Compagnie war in drei Züge getheilt; der mittlerebestand aus Pikenieren, die beiden Flügelzüge aus Musketieren.Der Hauptmann befand sich an der Spitze der Pikeniere, vorihm der Fähndrich; der Lieutenant kommandirte den Musketier-zug des rechten, der Feldwebel jenen des linken Flügels.Ueberdies war die Compagnie in Corporalschasten, je zu 24Mann, mit einem Unteroffizier an der Spitze, und Rotten,' deren jede ihren Ober- und Unterrottenmeister hatte, so ab-getheilt, daß ein jeder Soldat, auch ohne Anweisung derOffiziere, schon im Boraus wußte, welchen Platz er einzu-nehmen hatte. Die übrigen Unteroffiziere befanden sich hinterder Front. In dem Plane des Lord Rea befindet sich zwi-schen jeder Musketier-Corpvralschaft eine kleine Intervalle,welche bei jenen der Pikeniere fehlt. Der Dienst des Haupt-mannö bestand vornehmlich darin, seine Compagnie stets invollzähligem Stande zu erhalten. Der Lieutenant mußte dieCompagnie exerzieren, auf die Wache ziehen und für guteMannszucht sorgen. Der Fähndrich trug die Compagniefahne;er hatte keine Strafbefugniß, um die Anhänglichkeit der Sol-daten an ihn, als den Träger ihrer Fahne, zu erhöhen —im Gegentheil durfte er Fürbitte für die Schuldigen einlegen.Der Sergeant unterstützte den Lieutenant bei den Ererzier-übungen, zog auf die Wache und machte Ronden und Pa-trouillen. Der Führer trug auf Märschen die Fahne undhatte die Aufsicht und Sorge für die Kranken der Com-pagnie.
DaS Exerzieren mit der Pike sowohl als der Musketewar weniger weitläufig und zusammengesetzt, als bei denKaiserlichen. Die Unteroffiziere hielten in Reih und Glieddie Hellebarde mit der rechten Hand beim Fuß und stütztensich darauf. Zog der Unteroffizier auf die Wache, so truger die Hellebarde auf der rechten Schulter. Bei Leichen-begängnissen trugen sie dieselbe verkehrt unter dem rechten Arm.Das Exerzieren mit der Muskete war durch die schon erwähn-ten Verbesserungen beträchtlich erleichtert und vereinfacht wor-den, hierzu gehörten: Einführung leichterer Musketen, Ab«