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3) Musketier-Abtheilung des linken Flügels.
144 Mann. (6 Züge.)
Vor dem ersten Zuge der Lieutenant, vor demzweiten und vierten je ein Sergeant, vor dem drit-ten ei» Sergeant der Pikeniere, vor dem fünftenund sechsten Zuge je eiir Fourier. Hinter dem 5.sowohl als 6. Zuge ei» oapitsine-ä'armes.
Der strenge, geniale und wahre Kritiker Bärenhorftsagt in seinen Betrachtungen über die Kriegskunst*) über dieseBrigadestellung: „Gustav huldigte zuerst der Macht der Stück-kugeln in so weit, daß er seine nach Pike und Muskete wechsel-weis in Züge — Pelotons — abgetheilten Brigaden Fußvolk, nurin der Mitten tief stellte, und ihnen auf beiden Seiten we-niger tiefe Flügel von 6 Gliedern gab; die Mitte oder Spitze,von einigen dreißig Mann Front, war pilastcrförmig hervSr-stehend, und doch dabei auf ihre» Flanken von dem Feuerder Flügel vertheidigt. Wann die Brigaden vollständig — etwavon zweitausend Mann — waren, präsentirten sie von hintenohngefähr dieselbe Figur, wie von vorn; sogar die Flügelkonnten sich, erforderlichen Falls, bald zu Spitzen machen,wo alsdann diese — nämlich die vorigen Spitzen — wiederzu Flügeln wurden. Vorzüge der Fülle vor den unbehülf-lichen, zwölf Mann und darüber hohen Haufen, in welchenTilly, wohlerlerntermaßen, bei Leipzig sie erwartete. Dergrößte Vortheil der schwedischen Brigaden lag jedoch glaub-licherweise in ihrem wüthigen Anrücke»; wie sich denn betjeder Gelegenheit Gustav von der Maxime, aus Bewegungentstehet Kraft, durchdrungen zeigte.
Um die Grundsätze deutlicher darzustellen, die seinemneuen, taktischen System zur Grundlage dienten, wollen wirhier noch die Uebersetzung eines lateinischen Briefes auszugs-weise anführen, der in der Absicht geschrieben wurde, von derArmee des Königs von Schweden eine richtige Idee zu geben.Der Verfasser dieses Briefes sagt: „er habe die schwedische
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