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Während die Kavallerie der übrigen Armeen noch 4 bis10 Pferde tief stand, setzte der große König die seinige einfür allemal auf 3 Glieder, wodurch sie eine Beweglichkeiterlangte, die ihr den Sieg verbürgte, selbst bei einem demGegner nachstehenden Material. Biömark, der in neuesterZeit die Taktik der Kavallerie mit dem größten Glücke be-arbeitet hat, ist dieser Ansicht. Bülow und andere stellendie schwedische Kavallerie 4 Pferde tief.
Sie bildete gewöhnlich Trupps von 3 bis 4 Eskadrons,welche man Regimenter benannte. Zwischen jeder Eskadronwaren kleine und zwischen jedem Regiment große Intervallen,welch letztere zur Aufnahme von Musketierpeletons und selbstvon Geschützen bestimmt waren, damit feine Kavallerie der zahl-reicheren und besser berittenen kaiserlichen Kavallerie wider-stehen konnte. Nach Gualdo bestanden die Regimenter beiBrettenfeld auö 1000 Pferden, welche er Eskadrons benennt;auf jedem der Flügel befanden sich nach ihm vier solcherRegimenter mit Intervallen von 100 Fuß zwischen sich, um200 Musketiere aufzunehmen. Diese Aufstellung von Muske-tierpelotons zwischen den Kavallerie-Regimentern versprichtscheinbar große Bortheile, wie sie denn auch Gustav bezweckte,da seine Reiterei siegreich blieb; wird jedoch die Kavalleriegeschlagen, so ist das Fußvolk in den meisten Fällen verloren.
War der anrückende Feind durch dieses Musketen- undGeschützfeuer in Unordnung gebracht, fo griff die Kavalleriezum Schwerte und stürzte sich in vollen» Jagen auf den Feind,der gewöhnlich über den Haufen geworfen ivurde. DieseStellung war auf die — wegen ihrer schweren Bewaffnungs-art sich nur langsam bewegenden Reiterei wohl berechnet.Um der best-berittenen österreichischen Reiterei noch mehr
Erfrischung bekamen, 40 Stunden nacheinander in der Aktion aushalten.Weil aber doch die Größe, das Gewicht und der Nachdruck der Pferde, ineiner Schlacht von nicht geringer Wichtigkeit sind: so ließ Gustav seineTruppen meistenthcil- solche Pferde »reuten, dergleichen Deutschland undDänemark hervorbringt. Harte. I. 296.