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Im Lager vor Magdeburg 1631 bestand die Artillerieder östreichisch-bayerischen Armee aus 96 Stücken, alS: 26halbe Karthaunen, 12 Dreiviertel-Karthauncn zu 35 Pfund;14 Schlangen zu 12 Pfund, 1 Schlange zu 4 Pfund, 9Schlangen zu 8 Pfund und 24 Falkonen zu 8 Pfund. Aufdem Marsche von Magdeburg nach Thüringen (8. Juni 1651)führte die österreichisch-bayerische Armee 27 Geschütze, ohnedie Regimentsstücke, mit sich; sie bestanden aus 10 halbenKarthaunen, 7 Schlangen, 6 Falkonen, 2 Haubitzen und 2Pöllcr. Der Artillerietrain des Königö von Ungarn im Jahre1634 bestand aus 116 Stücken mctallnem Geschütz, unter wel-chem sich 4 ganze, 16 halbe Karthaunen und 12 Mörser be-fanden; die dazu gehörige Munition ward auf 300 Pulver-wagen geführt, mit schwarzem Leder überzogen und mit ei-nem rothen und mit der Nummer bezeichnet.
In Absicht der Kunftfcuer waren die Deutschen amweitesten gekommen; sie hatten, sowohl zum ernstlichen Ge-brauch als zur Lust, mehr und verschiedene Arten derselbenerfunden. Die Kunstfeuer zum KriegSgebrauch bestandentheils in solchen, die aus Mörsern geworfen wurden, theilsauch in solchen, zu deren Anwendung man kein Geschütz nö-thig hatte. Zu den ersteren gehörten die Bomben, Grana-
ten, Feuerballen und brennende Steine. Zu den letzteren,welche zur Vertheidigung der »Breschen und zum Angrifffeindlicher Verschanzungen bestimmt waren, gehörten unter an-dern die Pechkränzc, Sturmkränze, Sturmfässcr, Sturmtöpfeund Sturmspieße.
Mit der Anwendung der Mörser ward man bei denDeutschen ebenfalls täglich besser bekannt, und gebrauchte sienicht allein, um die Häuser der belagerten Städte in Brandzu stecken; sondern auch das Geschütz auf den Wällen da-mit zu demontiren, und die Besatzung von den Außenwerkcn
zu vertreiben. Zu dieser Absicht nun war eine genaue Rich-
tung des Mörsers unentbehrlich, die man ihm durch denQuadranten, wie noch gegenwärtig, gab. Man bestimmtenämlich durch den ersten Wurf: ob man zu weit oder zu