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Einen bedeutenden Zuwachs hatte er an 140 metallenen Ka-nonen und Mörsern, unter denen sich 50 doppelte, halbe undganze Karthaunen befanden, welche im Zeughaus in Mün-chen ausgegraben wurden, erhalten. Im Juli 1638 befandensich bei der Armee deS Herzogs Bernhard von Sachsen-Wei-mar 10 halbe Karthaunen, 4 Zwölfpfünder, 18 Negimentö-Stücke, 3 Mörser, 300 mit Kriegsbedarf und 200 mit Lebens-mitteln beladene Wagen, 50 Handmühlen und 200 Hand-werker und Schanzmeister. Der Grund, warum die schwedischeArtillerie, ohne allen fremden Zusatz, so zahlreich war, lagin den geringen Kosten, welche ihre Anschaffung verursachte,da Schweden Eisen und Kupfer in ungewöhnlicher Güte er-zeugt. Bei der Armee des Feldmarschalls Torstensson befan-den sich: 3 halbe Karthaunen, 16 Stücke, so 12 Pfundschössen, 73 Feldstücke Vierpfünder, 1 Feucrmörser, tragt120 Pfund, 2 Feuermörser, jeder 80 Pfund und 56 Artillerie-Wagen. Dabei war das Personnl: 1 Oberstlieutenant, 63 Con-stabel, 30 Stückjunker, 600 Handlanger.
Leistungen der Artillerie auf demSchlachtfeldes.
Beim Beginne des dreißigjährigen Krieges wurden dieRegeln, welche der niederländische Krieg festsetzte, mit mehr oderweniger Erfolg angewandt.
In der Schlacht bei Prag 1620 stand die 20,000 Mannstarke pfalz-böhmische Armee in 2 Treffen, welche aus 6 gro-ßen Vierecken, die schachbrettförmig standen, gebildet waren.In jeder Flanke eines solchen Vierecks standen 3 Eskadrons
*) Mit einigen Erläuterungen nach ben LtuSes sur Is etl'avsmr Ue i'srttllsrie z>»r le xrince öonspurte, tome I.
x. 3I2etsuiv.