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Das Kriegswesen der Kaiserlichen und Schweden zur Zeit des dreissigjährigen Krieges : mit besonderer Rücksichtnahme auf Aufbringung, Ergänzung, Unterhalt und Kriegszucht der Truppen : nebst den Schlachten bei Breitenfeld und Lützen / bearbeitet und kritisch beleuchtet von J. Heilmann
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Die Infanterie befand sich im Centrum, die Kavallerieauf den Flügeln; die Kürassiere unterstützten die leichte Ca-vallerie. Man nannte zu dieser Zeit das erste Treffen Avant-garde, daS zweite Treffen Bataille und daS dritte TreffenReserve oder Arriörcgarde. Die Verwendung der Artilleriewar die gewöhnliche; sie war nämlich in Batterien vereinigt,welche sich vor der Front und auf den Flügeln befanden.Oberst Gualdo, der Verfasser deS lablean miliwire beiFrancheville; Bülow in seinem Gustav Adolf in Deutschland;Lossau in seinen geschätzten Idealen der Kriegöführung undandere geben der katholischen Armee bet Breitenfeld zweiTreffen mit einer Reserve. Loßan nennt die Behauptung,daß die erwähnte Armee in einem Treffen gestanden habe,eine unvernünftige Meinung.

Die Schlachtordnung, welche Wallcnstein bei Lützen inAnwendung brachte, scheint einige Vortheile über jene betBreitenfeld zu haben. Der Plan war gut, allein die praktischeAusführung mißlang. Die Graben, welche Wallenstein vorseiner Front hatte, würden für die Schweden unübersteiglichgeworden sein, wenn ein Philopöm ihre Vertheidigung zu lei-ten gehabt hätte. Wallenstein untermischte einen Theil seinerKavallerie deS rechten Flügels nach schwedischem Gebrauchemit Musketieren, ohne damit ein Resultat zu bewirken. DieInfanterie und Kavallerie standen in kolossalen Haufen; dieArtillerie in zwei Batterien vereinigt vor dem Centrum undauf dem rechten Flügel.

Siehe die Schlachten bei Breitenfeld und Lützen.

b. Schweden.

Die schwedische Schlachtordnung hatte zwei oder dreiTreffen, entweder hintereinander oder schachbretförmig (en ecki-guier) gestellt. Die Jnfanteriebrigaden standen im Centrum