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Das Kriegswesen der Kaiserlichen und Schweden zur Zeit des dreissigjährigen Krieges : mit besonderer Rücksichtnahme auf Aufbringung, Ergänzung, Unterhalt und Kriegszucht der Truppen : nebst den Schlachten bei Breitenfeld und Lützen / bearbeitet und kritisch beleuchtet von J. Heilmann
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sichert sich Augsburgs, dessen Bürgerschaft er entwaffnet unddessen Garnison er verstärkt.

Tilly hatte seine Stellung da genommen, wo der Flußin einem Bogen ihn umgab, auf einer waldigen Höhe ineinem Abstand von etwa 1000 Schritt vom Ufer. Er um-gab sich mit Verhauen und rodete an einigen Stellen denWald aus, um die Bewegungen der Infanterie zu erleichtern.Seine Kavallerie stand gedeckt weiter rückwärts auf den Flügeln.Von dieser Höhe senkt sich das Terrain sanft gegen einen kleinenBach, welcher das Feld vor dem Lager durchschnitt, und auf demandern Ufer des Baches befindet sich ein Morast, an dessenEnde das Ufer mit dichtem Buschwerk bewachsen, sich jäh nach demFlusse senkt.

Auf diese für uneinnehmbar gehaltene Stellung stützteMaximilian sein Vertrauen, und Tilly hoffte sich darinfür die bei Leipzig erlittene Niederlage zu rächen; hier, glaubteman, sollte das Kriegsglück von den Schweden weichen, undeS würden des Königs Thaten eine Grenze finden.

Gustav Adolf hatte sich unterdessen dem Lech ge-nähert und bei Nordheim, sowie an andern Punkten desUfers, die Maßregeln des Feindes beobachtet. In Donauwerthließ er eine beträchtliche Garnison und, zur Sicherheit beieinem möglichen Rückzüge, ward die noch nicht fertige Citadelleauf dem Schellenberge in Stand gesetzt. Der FeldmarschallHorn erhielt den Befehl, sich des ganzen AngsburgischenLandes zwischen dem Lech und der Aller zu bemächtigen, undsich aller Städte längs der Donau bis Ulm zu versichern, inwelcher letztem Stadt die reiche Bürgerschaft mit Freuden dieseGelegenheit ergriff, sich in des Königs Schutz zu begeben.

Während auf diese Weise alle nöthigen Vorsichtsmaß-regeln ergriffen wurden, um, für den Fall eines Unglücks,eine» gesicherten Rückzug über die Donau zu haben, und reicheZufuhr aus einem fruchtbaren Lande zu erhalten, hatte derKönig selbst die Gegend längs dem linken Ufer des Lechs be-sichtigt und die Vorbereitungen zu einem Uebergange an-geordnet. Fest entschlossen, den gewagten Schritt zu thun,

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