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und einen Jungen/) der eö führte. Jede Infanterie-Com-pagnie hatte 4 Pack- und einen Brodwagen. Die Weiberund Kinder, welche sich bei den kaiserlichen Heeren befanden,sowie der Luruö der Befehlshaber vermehrten den Troß un-gemein. Bei Nürnberg 1632 befanden sich nach dem Be-richte eines Augenzeugen in der wallensteinschen Armee wenig-stens 15,000 Weiber und fast ebensoviel Fuhrknechte, Troß-jungen und Bediente, nebst 30,000 Pferden, wovon der größteTheil blos bestimmt war, die ungeheure Menge von Bagagefortzuschleppen.
Der große König, der, wie wir gesehen haben, so man-chen alten Schlendrian über den Haufen warf, war der erste,welcher in Schlachtordnung lagerte. Eine Ausnahme hiervonmacht das berühmte Lager bei Werben, wo Localverhältnisseden König zwangen, nach alter deutscher Art, d. h. in gevier-ten Haufen zu lagern. Bei Nürnberg lagerte sein Heer ineiner, bei Fürth in zwei Linien.
Wenn die Nothwendigkeit es erforderte, so lagerte seinHeer mitten im Winter unter Zelten*) **); solche Fälle hatte erschon bei seinem AuSmarsche aus Schweden vorhergesehen und
*) Die Sitte, daß die Kürassire sich Knechte und Bediente haltendurften, scheint den ganzen Krieg hindurch beachtet worden zu sein. Sieerscheinen in der Pfalz-Böhmischen, in der Dänischen und auch in Bern-hards Reiterei, und wurden bald Jungen, bald Bidets genannt. DieseLeute mußten auf dem Marsche das Gepäck, den Haupt- und Armharnisch(Casquet und Beaschal) ihrer Herrn tragen und im Kampfe gleich denUebrigen fechten- Die Dänen, welche sie zuerst, vielleicht wegen der klei-nen Pferde, die sie ritten, Bidets nannten, schafften sie bald wegen IhrerUnbrauchbarkeit im Felde ab und setzten starke Knechte an ihre Stelle.Rbse, Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar. II. 197.
Vielleicht war dieses auch der Grund, daß sie bei den Kaiserlichenabgeschafft wurden, da besagter Verfasser von der kais. Armee, wo sie amzahlreichsten waren, keine erwähnte. —
**) Statt der Zelte, welche den Transport sehr erschwerten und dieTruppen doch nicht hinreichend gegen Kälte und Regen schützten, wurdendie etwas besseren Hütten, welche aus Stangen und Stroh zusammenge-bunden waren, benützt. Die Zelte sollen den Pferden der Offiziere alsStälle gedient haben. Anm. d. Vers.