XII.
Kriegs- und Operationspläne.
Ale Ansicht vieler Schriftsteller, daß im 30jährigenKriege von Anlegung von Magazinen*) keine Spur vorhan-den, und dieses auch der Grund gewesen sei, daß man zudamaliger Zeit nach bestimmten „Operationsplänen"nicht Krieg führte, ist zum Theil unrichtig. Vor und nachdem Auftreten Gustav Adolfs ist dieses zwar der Fall gewe-sen. Denn obgleich sich die schwedischen Waffen unter Bauer,Herzog Bernhard von Weimar, Torstensson, und Wrangelnach dem Tode deS großen Königs noch sechszehn Jahre inDeutschland erhielten, so hörte die Verbindung der Theile zueinem allgemeinen Kriegstheater gänzlich auf, weil jeder Ge-neral auf seine eigene Sicherheit Bedacht nehmen mußte, unddadurch jede gegenseitige Unterstützung verloren ging, welcheGustav Adolfs Unternehmungen ausgezeichnet hatte. DerKrieg gewann dadurch wieder die Gestalt, welche ihm ManS-feld und Christian von Braunschwelg vor der Schweden Ein-greifen in die staatlichen Verhältnisse Deutschlands gegeben
*) In Stralsund und auf der Insel Rüge» und an vielen ander»Orten ließ der König Magazine anlegen.
Anmerk. d. Verf.