292
Walle,»stein an Taxis.
^ Neuß vom 6. August 1627.
„Der Krieg-zahlmeister zieht auf Gilschin, soll um 13,000Reichslhaler Schuh, Strumpf und Kleider (in einem späternBriefe kommt noch eine Bestellung von 40,000 Reichslhalernhinzu) für die Armee machen lassen; assistirt ihm fleißig InAllem. Die 4000 Kleider, so ihr vorm Jahr habt machen las-sen, daß er euch bezahlt, was sie mich kosten, dieselbige führtihm auch ab, sobald ers bezahlt hat. Er hat Silber und Ket-ten so er zu Gikschin vermünzen soll, laß ihm solches vermün-zen, ich begehre keinen Gewinn, will aber auch nichtSchaden leiden, und dieweil er sowohl Reichslhaler, als Gold-gülden wirb münzen lassen, seht, wenn er euch Geld vor dieKleider wird geben, daß es ReichSthaler und Goldgülden sein.Das Tuch zu die Kleider, wie auch die Schuh sollen im Her»zogthume erkauft werden, denn ich will kein andere- Interessehaben, allein daß um die Waaren das Geld daselbst unter dieLeute kömmt..... Ich hab auch vorm Jahr befohlen, ihrsollt etliche Saliterhütten aufbauen lassen, wie auch Pulvermüh-len, ihr habts nicht lhan, itzt befehle ich euch, laßt alle andernSachen ehe stehn und liegen, und richtet dieselbigen auf undsehet, daß man daselbst in einem Jahr zum allerwenigsten 1500Ctr. Pulver liefert, von dem so daselbst gemacht wird, eS kostewas es will, denn ich thu« es nicht ohn Ucsach." —Außerdem befiehlt er wiedecholentlich, Leute, die sich auf Seiden-weberei und Pflege des Seidenwurm- verstehen, aus Welschlandund Waffenschmiede aus den Niederlanden kommen zu lassen.