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Das Kriegswesen der Kaiserlichen und Schweden zur Zeit des dreissigjährigen Krieges : mit besonderer Rücksichtnahme auf Aufbringung, Ergänzung, Unterhalt und Kriegszucht der Truppen : nebst den Schlachten bei Breitenfeld und Lützen / bearbeitet und kritisch beleuchtet von J. Heilmann
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Der Floßgraben durchschnitt den rechten Flügel in derArt, daß dessen äußerste Regimenter noch jenseits bliebenund denselben nicht eher überschritten als beim ersten Anfall.Der linke stand südöstlich von Lützen nahe am Mühlgraben.Vor jeder Brigade deö ersten Treffens befanden sich fünfgroße Kanonen; die leichten Geschütze befanden sich auf bei-den Flügeln vor den Musketier-Pelotonö, welche zwischen denKavallerie-Regimentern standen. Der Troß, wovon der größteTheil in Naumburg geblieben war, stand theilweise hinterdem 2. Treffen, theilweise beim Dorfe Meuchen (Chursitz)jenseits deö FloßgrabenS.

Die Frontbreite betrug 7476^ rhl. oder 3115 Schritte.

Den 16. November überdeckte ein dichter Nebel dieLützener Ebene, welcher sich erst gegen Mittag zertheilte.Diese Zeit benutzte der große König, um seine Diöpositonenan die Generale zu vertheilen und sein Heer zu harangniren.Nach gewohnter Sitte wurde bei Tagesanbruch von demganzen Heere Luthers Psalm:Eine feste Burg ist unserGott" abgesungen, während der große König daö berühmteFeldliedlein:Verzage nicht du Häuflein klein, Obschon dieFeinde Willens seyn, Dich gänzlich zu zerstören rc." anhub.Worauf er zu Pferde stieg, die Reihen durchritt und zuseinen Schaaren sprach. Zu seinen Schweden und Finnensagte er:Liebe Freunde und Landöleute! Heute ist der Taggekommen zu zeigen, was ihr in so mancher Schlacht gelernt.Dort habt ihr den Feind, nicht auf hohem Berge oder hin-ter starken Verschanzungen, sondern auf dem Felde. Wiedieser Feind bisher das offene Feld gescheut, wisset ihr; unddaß er eS jetzt zur Feldschlacht kommen läßt, geschieht nichtfreiwillig, noch auö Hoffnung deS Sieges, sondern weil ernicht länger seinen Waffen entweichen kann. Darum machteuch fertig, haltet euch wohl, wie es tapfern Soldaten an-steht; steht fest zu einander und fechtet ritterlich für euernGott, für euer Vaterland und euern König.'" Ich will danneuch alle belohnen, daß ihr Ursache haben möget, mir dafürzu danken; allein wenn ihr nicht kämpfet, soll kein Bein