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von Götz zurückgeworfen wurde, welches von dieser Seite unser«Infanterie so gut flankirte, daß, obschon der Feind mehrmalsversuchte, in dieselbe einzudringen, es ihm dennoch nicht gelang,auch eine starke Anzahl Gelbcöcke, die in entschlossener Bereit-schaft, ihre Musketen von den Piken gedeckt, anrückten, von un-serer Infanterie angegriffen und völlig geworfen, auf dem Platzeblieb, und diese ganze Abtheilung fast in einem Augenblicke ineinen Berg von Todten verwandelt, einen bewundernswerthen An-blick gab. Kein besseres Glück hatten die Blauröcke, welche derOberst Piccolomini angriff, und ihnen gleiche Niederlage bei-brachte, wobei er selbst sechs Musketenschüsse davon trug, aberum seinen Soldaten den Muth nicht zu benehmen, sie nicht ach-tete, ohne ärztliche Hülfe an der Spitze seines Regimentes blieb,und nur erhitzter im Kampfe, keine Gelegenheit versäumte, mitdiesem Regimente in den Feind zu setzen, welches er diesen Tagsiebenmal gethan, und fünf verwundete Pferde unter sich gehabthatte.
Sein Obristlieutenant Graf Avogaden war tödtlich verwun-det. Alle Hauptleute und Offiziere hatten Wunden, der MajorMartellini mit 2 Hauptleuten und 200 Mann blieben auf demPlatze.
Während die Sachen so im heißen Gemenge fortgingen,und man bisher nicht ausnahm, wem das Glück den Preis desSieges bestimmt haben könnte, wurde bekannt, daß der Königtodt auf dem Wahlplatz lag. Offiziere und Soldaten, die ihnsehr gut kannten, bestätigten es; ein Trompeter von Holcke zeigteeinen Sporn von ihm; aber immer wollte man dem Gerüchtnicht Glauben geben. Mit gewohnter Unerschrockenheit befandsich der Generalissimus allenthalben an der Spitze der Truppen,brachte, wo Unordnung entstanden war, die Gewichenen wiederins Gefecht, ging ins Gemenge mit dem Feind; und gewiß gabseine Gegenwart den Soldaten so viel Muth, daß an den Er-folg gar nicht zu zweifeln war. Se. Durchlaucht wurde voneiner Musketenkugel in die linke Hüfte getroffen, blieb aberdurch GotteS Güte für seinen und des Kaisers Dienst, sowohl
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