che Graue! nicht erlebt zu haben. Schon am i z. Mai inEllmau hatte General Wrede durch einen Tagesbefehl dieseMordbrennerei und das unmenschliche Wüthen gegen wehr.lost Greise, ÄZeiber und Kinder bei Todesstrafe verboten,aber in Schwatz und Vomp wurden die Grausamkeiten dervorhergegangenen Tage noch überboten.
Diese Dragonaden, welche anfangs den Aufstanddurch Schrecken ertödten, für Unfall und Schmach derbairischen Waffen an den Tyrolern Rache nehmen sollten,arteten gar bald, wie in solchen Fallen immer, in blindesWüthen einer losgelassenen Kriegswirkhschaft aus, welchemselbst von oben herab mehr mehr so leicht Einhalt gethanwerden kann. Die bedenklichsten Folgen entsprangen darausfür den Feind selbst. — Durch die Verwüstung so vieleröffentlicher (namentlich dem Monranistikum) unentbehrli-cher Gebäude, erlitt der Schatz ungeheuern Schaden. Die ^Verwüstung erschwerte natürlich auch die Verpfle-gung ungemein, und verzögerte die Vorrückung.Alles flüchtete auf das hohe Gebirg, in die tiefen Thaler.Der Feind machte keinen Unterschied, ob Gemeinde» ^oder Einzelne an dem Landsturm Theil genommen oder nicht?
Ev ward gegen Alle in gleichem Maße gewüthet. Dieses'entschied für allgemeine Einheit der Gemüther, dieFurcht wich der Furcht, und erst von diesen Dlut- undBrandspielen an gestaltete sich dieser Krieg zu einem w a h-ren Volkskriege. — Mit wenigem Geschick undKenntniß der eigentlichen Lage der Sachen, der tongebendeuHäupter, der Stimmung, daher auch mit geringem Glückewurde versucht, das bewaffnete Volk zu trennen, undmit einzelnen Bezirken zu unterhandeln. Wirklich war dieLage des an sich armen, in den letzt verflossenen drei Jah-ren, und durch die fetzigen Anstrengungen vollends er-schöpften, seit dem Treffen bei Tarvis von allen Seitenabgeschnittenen und hart bedrohten Tyrols, äußerst bedenk-sich; aber der Nolkshaß war zu groß, die neueste undschmerzlichste Aufreißung alter Wunden allzublutig gewe-