343
die Flanke des Feindes herum, und drangen zum Theil in dessenRücken, wie zwei mitgenommene Pulverkarren bezeugten. Mit mehrrerem Erfolge attaquirten anderthalb Escadrons auf dem rechtenFlügel, der gänzlich umgeritten und gefangen wurde, i Oberst,»8 Offiziers, Gemeine, nebst einem dritten Pulverkarren,ja fogar die Protzen vor den Kanonen fielen uns in die Hände.Die Kanonen selbst konnten nicht fortgebracht werben, weil dasGefecht wegen meines eigenen Verlustes aufhören mußte, derin einem Drittel meiner Pferde und ; Offiziers bestand, die ichauf dem Platze- ließ, die Blessirten ungerechnet, die ich im Dorfeverlor, als das französische Bataillon bis auf den Kirchhof vonuns verfolgt wurde. Dieser bedeutenden Affaire ist es zuzuschrei-ben, daß der Feind mich so wenig bis zur kleinen Feste Dömitzverfolgte. Da mir dieser Anlehnungspunkt sehr erwünscht seynmußte, forcirte ich ihn und ließ ihn in besten Vertheidignngs-stand setzen. Allein die Munition fehlte, und die Lavetten derKanonen waren verfault. Da vom Jnsurgiren nicht viel zu er-warten war, richtete ich meine Wünsche aufStralsund, um dadurchmit den brittischen Schiffen in Verbindung z» kommen. MeinenMarsch zu maskiren, behielt ich Dömitz mit z—400 M. schlecht be-waffneteJnfanterie besetzt, welche ich allda gesammelt hatte, und eiltepfeilschnell mit dem Corps nach Wismar, um den an der Elbe ge-sammelten 6000 Holländern und Dänen mit einigen Märschen zu-vorzukommen. Von Wismar detachirte ich zwei Escadrons andie Elbe zurück, um den Feind irre zu machen, und die Be-satzung von Dömitz aufzunehmen, welche am rasten d. M. diesenPlatz verlassen hatte, nachdem er von einem Corps Holländer 9Stunden lang stark beschossen und in Asche verwandelt worden.Da nun der Feind glaubte, ich würde nach Hamburg marschiren,so ließ er sogar die mir über die Elbe nachgeschickten Truppendiesen Fluß repaffiren und nach Lüncburg aufbrechen. Ich eilteTag und Nacht Stralsund zu. Am -gsten d. M. Nachmittagsi Uhr stieß ich bei Dammgartcn auf den Feind. Dieser Paß warmit r Kanonen und 8 Compagnien besetzt. Nach einem Gefechtevon zwei Stunden ward er forcirt, und beinahe die ganze Be-satzung gefangen gemacht. 1 Major, z; Offiziers und 60° Mannfielen in meine Hände. Da der Feind den größten Theil seinerStärke für diesen Posten, und jenen von Lriebsees und Richten-berg aus Stralsund gezogen hatte, so mußte ich mit Anspannung