So wie aber dersenige, welcher den Krieg praktisch,ohne Theorie übt, den Willen und das Vermögen derBeurtheilung besitzt, so zieht er aus Allem dem, was erübt, oder sieht, Folgerung, welche er in seinem Wisse»bewahrt und es ist klar, daß ein Mensch, welcher mitden obigen nöthigen Talenten begabt ist, sobald er alleFalle, welche sich im Kriege ergeben können — mitmacht,sich aus allen diesen wirkliche» Erscheinungen und Fallenund ihren daraus für siin Wissen abgeleiteten Folgerun-gen eine eigene sehr vollkommene Theorie entwickeln könnte.
Dieß Selbst - Entwickeln der Theorie aus der wirkli-chen Ausführung heißt Erfahrung, und sie ist, dasich Theorie und Praxis in ihr vereinen, das Vorzüglich-ste, waö der Mensch über die Erkenntniß eines Gegen-standes besitzen kann, und sie ist die vorzüglichste Leh-rerin für seine Handlungen.
Niegends ivird aber dieß Wort mehr mißdeutet undfalsch angewendet, als bey den Kriegern.
Es ist nämlich die Bildung des Kriegers in zweyRücksichten zu betrachten, eine Bildung seines Gemüthesund eine Bildung seines Verstandes. —
Jene erstere Bildung seiner moralischen Eigenschaften,des Muthes, der Entschlossenheit kann nur in der wirkli-chen Ausübung erworben, befördert und zur Vollkom-menheit gebracht werden, *) und um sie zu erwerbeir
•) » La guerre ne peut donc se faire qu'avec «les soldats» braves. — Mais qu’ils soient braves, il faut les»rendre tels; car le courage n’est pas inné en nous,» c’est une qualité artificielle et non pas naturelle.»Nous naissons tous timides, ainsi le veut lit na-7>ture_, qui inspire à tous les êtres animés, pour