Band 
Erster Band.
Seite
96
JPEG-Download
 

— 9 ö —

20. Beilage.

Belicht Pappenheims aus Wolfenbüttrl vom 28 tenDezember 1627.

Nach ergänzten und überwundenen vielen Mangeln,Diffikultäten, hat der Allerhöchste mir seine göttlicheGnade gegeben, daß ich noch bey diesi r schweren Win-terszeit Euer churf. Durch!, diese recht schöne Festungmit ungefähr ISO Stück groben Geschützes und über die500 Zentner stattlich guten Pulvers ohne Artillerie-Gewalt, Hnngersnoth, Koste», Verlust des Volks widerdie allgemeine Meinung, ja schier ohne einzigen Men-schen, der mir geholfen, oder etwas zur Hand geschaffthätte, heute den 24ten dieß am heiligen Weihnachlö-Abend — Gott sey Lob! glücklich erobert und einbe-kommen, auch die herausziehende Soldatesca allerdingsvon einander gebracht, daß (außer etliche wenige Offi-ziere) von hieraus dem Könige niemand zukommt.

Wollte zwar selbige mit der Hülfe Gottes in denersten 5 Wochen gar wohl und unfehlbar eingenommenhaben, wann mir nicht daö Volk jweynial von hierweggenommen (obschon auf die letzkher von kaiserl. Ca-vallerie andere, die aber dem armen Lande mehr Scha-den, als mir Hülfe gethan, a» die Stadt geschickt), so-wohl auch die Artillerie und andere hiezu gehörigenMittel abgeschlagen wären worden«

Sonst haben Euer churf. Dnrchl General-Lieute-nant Herr Graf von Tilly mir anbefohlen, diese Fe-stung allein mit 3 Compagnien blankartische» NegimentS(we,l sich dieser Landen, Gott Lob! nichts mehr zu be-fürchten) zu besetzen! sobald alles, erheischender Noth-