llch spürten. Den Abend kamen w>'r bis ZnSbruck,welches meistens bergunter gieng; auf diesem Wege siehtman überaus tiefe Thäler, worinn die schncllfliesseudeBäche ein furchtsam Geräusche machen.
Insbruck, ist wohl eine von den schönsten Städtenin ganz Tyrol, weil es sehr galante Gebäude hat, wie-wohl sie sonderlich Fassonnirt seyn. Das güldene Dachist auch noch daselbst, und hat sich der Churfürst eSanzutasten nicht unterstehen dürfen; die Marienkirch istgleichfalls darin wohl zu sehen. So ist auch nicht zuvergessen, daß die Wege bey jetzigem Kriege, da diestarke Passage nach Italien geht, viel breiter gemachtsind, auch in gutem Stande erhalten werden. Dennsobald nur eine tiefe Gleiö im Wege verspürt wird,müssen die Bauern selbe gleich repariren. Den 21.haben wir von Insbruck unsern Weg weiter genommenüber den Zirlerberg, wo selbst die erste Attaque derTyroler - Bauern wider die Baiern vorgegangen, undzu Zirle, einem am Berge gelegenen großen Dorf 800Laierische Dragoner massacriret sind. I) Mittags warenwir in Seefeld; der Wirth 2) daselbst ist eben derjenige,
1 ) Räch den unglücklichen Ereignißen im Oberinnkhale imSommer 1703 und dem vergeblichen Versuche des hel-denmüthigen Max Emanuel über den Brenner zu drin-gen, um sich mit dem aus Italien eindringenden fran-zösischen Heere unter Vendome zu verbinden, griffendie Tyroler, durch ihre Anführer aufs neue entflammt,allenthalben zu den Waffen, und überfielen die einzelnenBesatzungen — so wurde die von Zierl dis auf 18 Mann,welche nach Insbruck entflohen — umgebracht. —
• s) Johann Aufschneider.