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Tirol, Hormayr, brachten die Nacht vorn 8—9. arbeitend, her-umreitend, unrnhevoll bewegt, in Oberdrauburg zu. Gegeu denMorgen klärte sich das Wetter auf und verhieß einen gutenMarsch und einen freudigen Tag. Um 3 Uhr Morgens brachdie k. k. Avantgarde unter General Fcnner „aus dem tirvlischenAdel" und Oberstlieutenant Göldlein auf; das Gros des Corpsfolgte, um in das Pusterthal zu marschiren. — In derselben Zeit,als Ehasteler das Dranthal hinaufzog, beorderte der k. k. Gene-ral Jcllachich, der von Salzburg auf München abzurücken be-stimmt war, den Oberstlieutenant Taris mit einigen Infanterie-compagnien und einer Schaar O'Reillp Chevaurlegers überOber-Pinzgau, Zillerthal, Iunthal, InSbruck, um sich mit Chas-teler in Verbindung zu setzen.
In dem Augenblicke des Hervorbrechens von OesterreichsStreitkräften flogen Tausende von Aufrufen, in deutscher unditalienischer Sprache, wie Flocken im plötzlichen Schneegestöber,auf unzähligen Wegen in das Land, und wurden z. B. durch v.Kolb vertheilt, damit sie recht von Innen heraus wirken sollten,und die einrückenden Oesterreichs schon alle Gemüther in Feuerund Flammen fänden. So kam es auch. Mit dem ersten Ein-bruch der Nacht verkündigten Feuersäulen auf den höchsten Ber-gen das Signal zur Erhebung. Jedes Parteihaupt gab nunseinen Helfern und Freunden Zeichen und Befehl. Sobalddie Hand die Waffen ergriffen hatte, riefen die Priester undMönche: „Tiroler, Gott ist mit unö!" und forderten Alles auf,die Feinde zu erschlagen. Oder man schrieb: „Wer vom christ-lichen Blute ist, der marschiere! Bei dem Blute des Heilands,kommt, vereinigt Euch mit uns! Kommt schnell, Gott wird unsretten!" Ueberhaupt kein Mittel blieb unversucht, die Tirolergegen Bayern zu erbittern und fortzureißen. So wurden siez. B. als Feinde der Religion dargestellt, welche die Tirolerlutherisch machen wollten, u. dgl. m. H Gefangene stauntennachher nicht wenig, als sie sahen, daß das Frohleichnamsfest inMünchen mit einer Pracht und Feierlichkeit vollzogen wurde, die
1) Geschichte Andr. HoferS, S- 65, u. d. f.
2) Dergl. Allg. Geschichte der Kriege der Franzosen, 21 Bdch.S. 69-70.