Band 
Erster Band.
Seite
352
JPEG-Download
 

352

Schloß vor, welches die Oesterrcichcr bereits verlassen hatten,und besetzten es.

Mittlerweile griff das Fencr in Ebersberg, das von Hol;erbaut war, mit Wuth um sich, und 60 Häuser mit der Kirchebranuten ab. Die Bcrwuudctcn starben den jammervollen Todin den Flammen, und binnen Kurzem war der Markt ein bren-nender Schutthaufen, der mit der Menge halbverbramner, gerö-steter Leichen den gräßlichsten Anblick darbot. Ein Theil derEinwohner hatte sich gleich beim Anfange des Treffens in dienahen Wälder geflüchtet, der andere hielt sich in Kellern undGewölben verborgen. Das Feuer drohte auch die Brücke zu er-greifen, weßhalb die Franzosen dieselbe aus Borsicht abtrugen.

Der Marschall Massen« säumte nicht, sich vorwärts zu sei-nen Truppen zu begeben, konnte aber, so zweckmässig eö war,dieNeitcrci noch nicht hcranziehcn. Das 10. Chasscurs-Regimcnt,schon in den Straßen von Ebcrsbcrg angekommen, mnßie sogarauf das linke Ufer wieder zurückkehren. Massen« suchte durchseine Gegenwart den Eifer seiner Truppen anzufachen, die un-ter Legrand und Claparede rechts und links auf das Flachfeldverbrachen; allein in der Erwartung, ein fliehendes Heer vorsich zu sehen, waren sie nicht wenig erstaunt, die Truppen Hit-lers in Schlachtordnung zu finden. Sein Fußvolk nämlich standin einem Halbzirkel, dessen beide Spitzen beinahe die Traun undden Krcmsbach berührten, rückwärts waren einige Bataillone zurUnterstützung aufgestellt, find am Rande des Waldes auf beidenSeiten der Straße hielt die Reiterei. Dieser Anblick machte dieFranzosen stehen; ihre Infanterie bildete zwei Vierecke, um indieser Ordnung sich gegen den Angriff der ihr gegenüber befind-lichen Reiterei zu schützen. Die Oesterreichcr empfingen sie mitKartätschen- und Musketenfcuer, was die Franzosen eutgegne-tcn. Dabei stand das mährische Landwehr-Bataillon Woraschitzkygleich den geübtesten und entschlossensten Truppen dem Feindegegenüber; auch der Erzherzog Ludwig zeigte vielen persönlichenMuth; schon früher durch eine Kugel am Fuße gesteift, harrteer bis an das Ende des Gefechtes aus, und mahnte durch Worteund Beispiel. So standen beide Theile einander gegenüber, imBegriff, das blutige Werk auf neuem Wahlplatze wieder fortzu-setzen, als Hillcr die Nachricht von dem Vorrücken des Mar-schalls Lanneö gegen Steper und Emus und der Divisionen Nair-