Schill's folgte die That mit einer Schnelligkeit, aber auch miteiner Verschwiegenheit, welche nur allein den Erfolg zu sichernvermochten. Nur drei Offiziere wußten um seinen Entschluß, alleübrigen blieben uneingeweiht in das Geheimniß.
Damals waren in Preußen alle Hoffnungen rege, das JochFrankreichs zu zertrümmern. Entwürfe waren ausgearbeitet,Stettin undKüstrin von den französischen Besatzungen zu befreien,allgemein sich zu bewaffnen und zu erheben, und in Westphalcneinzubrechen; ja es soll die Rek-e davon gewesen seyn, die preuß.Armee, ohne Theilnahme und selbst gegen den Willen des Königs,Marschiren zu lassen.
Nachdem Schilt schon einige Male mit seinem Husarenregi-mcnte des Nachmittags erercirt, sa verbreitet hatte, er werdenächstens bei Gelegenheit eitles Manöver's die Nacht wegbleibenund zu diesem Ende Bivouakholz gekauft hatte, führte er dasselbeam 23. A!pril 1809, um 3 Uhr, aus Berlin durch das Halle-sche Thor heraus, und erercirte einige Zeit, worauf er, wahr-scheinlich um die vielen Zuschauer los zu werden, eine halbeMeile die Straße von Potsdam entlang, forttreiben ließ. Etwaeine Meile von Berlin ließ er sein Regiment plötzlich Halt ma-chen, nachdem ihm auf dem Erercierplatze ein Schreiben durcheine Ordonnanz eingehändigt worden war, welche, dem Scheinenach, für eine Marschordre gelten konnte. Schilt hielt nunmehreine Anrede an die Truppen, worin er denselben eröffnete, daßder Augenblick gekommen sey, wider einen Feind auszuziehen, ge-gen den allesammt einen gleichen glühenden Haß im Busen nähr-ten ; wider den großen Thronräuber, der das Vaterland in Un-glück und Jammer gestürzt, der alle Rechte der Menschheit mitFüßen getreten, dem kein Vertrag und Friedensschluß heilig sey,der nur die günstige Stunde erwarte, die Verfassung des Landesvollends umzustürzen. So habe der treulose Tyrann, nach un-zähligen ihm dargebrachten Opfern Spanien behandelt; so ge-denke er auch nicht eher zu ruhen, als bis er auch dem Vater-lande den geliebten König geraubt und den erlauchten Negenten-ßamm, unter dessen weiser Regierung sich Preußen zur höchstenStufe des Ruhmes erhoben, in den Staub daruiedergetreten hätte.Aber nie solle ihm eine solche Unthat gelingen! Oesterreich,Deutschland und jedes Biederherz erhebe sich gegen ihn, undseine Schicksalsstunde habe geschlagen. Diese Worte, gesprochen