Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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sendungen und Züge vermehrt; Gratien zog mehrere über dieElbe gegangene Truppen wieder eiligst zurück, und marschirtenach Lüneburg, was Schilt bcnützte und Rostock zueilte.

Sich den Weg dahin zu bahnen, hatte er am 21. Mai denGrafen Molkke mit 30 Pferden und 100 Mann Infanterie voraus-geseudet. In Rostock befanden sich etwa 200 Mann Mecklen-burger unter dem Generallieutcnant von Preffentin und Majorvon Bclow. Nach einigen Unterhandlungen räumte die Garnisonden Plaß und Moltke, bald gefolgt vom Hauptcorps, rückte den22. in Nostock ein.

In Dömitz bewies Francois nach Schill's Abmärsche diegrößte Thätigkeit, die angefangenen Arbeiten fortzusetzen und sichzur Vertheidigung einzurichten. Er wollte, da der Raum in derFestung viel zu beschränkt war, die Stadt mit in die Verthei-digung ziehen, sie mit einem Wassergraben umgeben, mit Palli-saden decken, wobei mehrere hundert aufgebotene Landleute arbei-ten mußten, die man später von 300 Schiffsknechten ablösen ließ.Allein diese Arbeiten konnten keine Vollendung erhalten, dennam 26. Mai erschienen die ersten feindlichen Truppen vor Dö-mitz. Die Garnison hatte nicht nur den Platz zu vertheidigen,sondern auch 154 Gefangene und die unzufriedenen Schiffsknechtezu bewachen. Für Proviantirung war durch einige Vorräthe anMehl gesorgt, auch hatte man mehrere 'mit Weizen beladeneFahrzeuge angehalten; um so empfindlicher war der Mangel anMunition.

General Gratien hatte eine Division von 2000 Mann In-fanterie, 400 Pferden und 9 Geschützen in Lüneburg gesammelt,um gegen Schilt zu handeln, und der General d'Albignac einigewestphälische Truppen in Bewegung gesetzt, um ihn zu unter-stützen ; General Damas machte in Hamburg, der holländischeOberstlieutenant v. Rancke in Bremen Anstalten gegen Schilt.Gegenseitige Neckereien, die bis zum 24. dauerten, erschwertenden Dienst, besonders der Offiziere, sehr; man ernannte des-halb einige Volontär-Offiziere, unter denen sich auch Mundt,der sogenante Herzog von Dodendorf, befand. Selbst die Er-müdung der Soldaten, die stets auf den Wällen seyn mußten,wurde endlich so groß, daß man nöthig fand, die jungen Burschezu halben Stunden abzulösen, um sie munter zu erhalten. Aberauch die Bürger waren mit der Anwesenheit der Schill'schen