Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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die Gefangenen die Lage der Besatzung noch rettungsloser gemachthätten, indem einer von ihnen seinen Wächtern entkam, und ge-rade die Augenblicke des heftigsten Bombardements benutzte, seineMitgefangenen zu ihrer und seiner Befreiung aufzurufen. Plötz-lich stürmte dre ganze Masse aus ihren Kasematten hervor,bemächtigte sich der anwesenden Offiziere und begann einen hef-tigen Kampf mit der 100 Mann betragenden Besatzung der Fe-stung. Dieselbe war so gut als in ihren Händen; Francois warin der Stadt, betrieb hier noch immer die Anstalten zum Rück-züge, und faßte eben bei dem fortwährenden Feuern der Feindeeine ernstliche Sorge für das nicht feuerfeste Pulvermagazin inder Festung, welches die erste dahin geworfene Granate mit derganzen Besatzung in die Lust sprengen tonnte. Voll von diesemGedanken, eilte er, sich mit dem dort befehligenden Offizier zubesprechen, und langte in dem nämlichen Augenblick an, als derTumult des losgebrochenen Aufruhrs den ganzen innern Platzerfüllte. Schnell und besonnen raffte er die 30 Mann starke Wacheam Eingänge zusammen, ließ einige der nächsten Kanonen gegenden Platz richten, rückte vor, und rief den Empörern donnernd zu,dre Waffen zu strecken. Der unerwartete Anblick so schlagfertigerneuer Gegner wirkte mit einem lähmenden Schreck, sie warfendie erbeuteten Gewehre von sich, und ließen sich ruhig wiederin die Kasematten zurückführen.

Inzwischen währte, ungeachtet des bisherigen Parlamenti-rens, das feindliche Feuer aus Döinitz ununterbrochen fort; inder unglücklichen Stadt brach an mehreren Orten Feuer aus,und 18 Häuser standen bereits in lichtem Brande. Die Truppend'Albignac's bemächtigten sich inzwischen eines großen Fahrzeu-ges , füllten dasselbe mit Bewaffneten, segelten guer über denStrom, und die Schill'schen erwarteten nun jeden Augenblick eineBestürmung des Platzes. Francois hatte indessen durch sein Un-terhandeln mit dem Feinde einige kostbare Zeit gewonnen und siedazu benutzt, ein paar Fähren in das Wasser zu bringen undzu einer Schiffbrücke zusammenzufügen, auf welcher zuvörderstdas Gepäck, dann die Besatzung, nachdem sie alle Kanonen ver-nagelt hatte, den Rückzug antrar. Nur etwa 30 Pikeniere, jungeBursche, wurden auf der Wache bei den Gefangenen zurückgelas-sen ; ein Jäger-Detaschcment, seines alten Rufes würdig, bildeteden Nachtrab, behielt aber einstweilen das mit dem dichten Wei-