Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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punkte für den Fall einer Räumung Nordtirols. Die Bayernrecognoscirtcn am 9. und 10. Mai auf mehreren Punkten undleiteten den Angriff auf den Strubpaß ein; Leser war von denTirolern geräumt worden. Am 11. Mai rückten 3000 Mannvon Wredc'ö Division, mit 4Zwölfpsiindern und mehreren Hau-bizcn unterstützt, auf den Strub - Paß los und griffen denselbenan. Dieser Engpaß ist nicht breiter als die Landstraße, zwischensenkrechten, mit Schnee bedeckten, unzugänglichen Felscnwänden,war damals stark verrammelt, durch 2 Sechspfünder, welche dieStraße der Länge nach bcstrichen, und durch 1 Compagnie De-vaur und Compagnie Jäger, außer den Landstürmern, ver-theidigt. Da diese Stellung von der Stirnseite her zu stark war,so versuchte der General Wrcde den Paß anfänglich links undrechts umgehen zu lassen; aber die Felsen umher, noch tief von:Schnee bedeckt, zeigten sich ganz unzugänglich, weßhalb man be-schloß, ungesäumt von vorne anzugreifen. Es war der Maria-Himmclfahrtstag. Dieser hohe Festtag hatte die Tiroler vondem Kriegsposten zur Kirche gezogen. Kaum waren jedoch dieersten Schüsse gefallen, als auch schon der Glockcnschall, dasbekannte mahnende Zeichen an Feindesgcfahr, ertönte, und dieTiroler-Compagnien von den Gerichten Kitzbühel, St. Johannund Rattenbcrg vom Altare nach dem Kampfplatz eilten, wo sienoch zeitig genug eintrafen, um einen ehrenvollen Antheil andem bereits begonnenen blutigen Kampfe zu nehmen.

Der General Wrede ließ den Brigadegeneral Minuzzi mitdem 13. Infanterie - Negimente, mit dem 2. Bataillon des 14.Regiments, und dem 6. leichten Bataillon, dieses voran, denPaß stürmen. Die Natur des Orts, die Tapferkeit der Verthei-diger, deren Menge sich stündlich mehrte, drehte den Muth derBayern zu vereiteln, indem die Tiroler die Flanken der im Paffeangelegten Verschanzungen, welche von den Oesterreichern besetztwaren, deckten. Mit beispielloser Tapferkeit vertheidigte die Be-satzung dieses Passes das ihrer Ehre und ihrem Muthe anver-traute Bollwerk des Landes; die Tiroler thaten sichere, todt-bringende Schüsse, manche ihrer Schützen hatten 6—8 Gewehreund mehrere Ladkncchte bei sich; der öfter. Oberjäger Fr. Gut-brod machte einen kühnen und glücklichen Ausfall. Beim drittenSturme der Bayern, wo schon Alles verloren schien, schlichensich der öfter. Corporal Sabranofsky, die Gefreiten Müller und