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Uebergang über die dortige Jnnbrücke wehrte. Wrede, der 24Stunden früher sich zu Unterhandlungen geneigt gezeigt hatte,wies die Anträge zurück, welche Veydcr iu Chastcler's Namenmachte. Als aber Teimer dem bayr. General die Vorrückungnach VoldcrS als einen Bruch des den Tag zuvor abgeschlossenen36stündigcn Waffenstillstandes vorwarf, donnerte ihm dieser dieWorte entgegen: „er werde ihn erschießen lassen, wenn er dasstarke Feuer der Tiroler aus dem Volderer Kloster nicht augen-blicklich einstelle." Teimer war jedoch nichts weniger als geneigt,sich dem gebieterischen Ansinnen zu fügen; seine Festigkeit und Gei-stesgegenwart schützten ihn in diesem Augenblicke vor jeder weitemDemüthigung, und vor der Erfüllung der gegen ihn geschleuder-ten Drohung. Doch die Verhältnisse hatten sich in dem kurzenZeitraume von 24 Stunden zu Gunsten der Bayern geändert;das Zillerthal, der Pinzgau in der linken Flanke und im Rückenderselben waren zur Ruhe zurückgekehrt, und in Innsbruck hattedie Friedenspartci, die für die Unterwerfung stimmte, die Oberhandgewonnen. Der Rückzug der Oestcrreicher nach dem Brenner,und die Unthätigkeit, in welcher man den Landsturm seit mehrerenTagen auf eine entscheidende Bewegung von Seite der Ocster-rcicher vergebens harren ließ, so wie die Unsicherheit über ihreAbsichten und hierdurch ein bei den Tirolern erzeugtes Mißtrauen,blieben nicht ohne nachtheilige Wirkung auf ihre bisher so gün-stige Stimmung. Wredc, von allen diesen Umständen genau un-terrichtet, glaubte, der Zeitpunkt Zugeständnisse zu machen, seyvorüber, gab das ihm überbrachte Schreiben Chastcler'ö demMajor Veydcr uncröffnet zurück, und statt der Antwort diebekannte Achtscrklärung vom 9. Mai.
Am 19. Morgens erhielt Chasteler ein neues Schreiben desErzherzogs Johann vom 17. Mai, in welchem die Nachrichtvon Wiens Einnahme und der Entschluß des Prinzen kund ge-macht war, sich gegen Pettau zu concentrircn, und sich mit demungarischen Nationalheere unter dein Palatinus zu vereinigen.Chasteler sollte, da nunmehr iu Kurzem die Verbindung mitTirol ganz unterbrochen seyn würde, dieses Land als eine selbst-ständigc Festung so lange als möglich vertheidigen, im schlimm-sten Falle aber mit vereinten Kräften nach den Erbstaawn durch-zubrechen suchen. Chasteler erhielt zu diesem Ende von demErzherzoge unbeschränkte Vollmacht, nach eigener Einsicht und