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strenge überwacht, daß ihm dieser Zwang fast unerträglich wurde.Wilhelm besaß mehr Talente als seine Bruder, so daß seinVater auf ihn mehr — fast alle — Hoffnung, als auf seine äl-teren Kinder setzte; Tapferkeit und Humanität, Erbtugcnden derPrinzen des Hauses Braunschweig, entwickelten sich auch bei ihm,wovon er in den Fcldzügcn von 1792—05 mehrere Beweise gab.Als Oberst kehrte er nach Preußen zurück; er lag zu Halle undzu Prcnzlow in Garnison, worauf er im Jahre 1805 durch denTod seines OheimS zu dem Besitze des mcdiatisirten HcrzogthumsOels in Schlesien, auf welches er seit 1785 die Anwartschaftgehabt hatte, gelangte, und da der Erbprinz von Braunschweigam 20. Scpt. 1800 gestorben war, brachte cS der alte Herzogdahin, daß seine nunmehrigen beiden ältesten Söhne zu GunstendcS jüngsten aus ihre Erbfolgcrechte förmlich Verzicht leisteten. Nachder unglücklichen Schlacht von Jena, wo sein Vater zum Todeverwundet wurde, zog er mit Blüchcr's Corps nach Lübeck. DieFranzosen waren mittlerweile in Braunschweig selbst eingerückt,und nahmen das Land in Besitz, weil der regierende Herzog inpreußischen Diensten stehe; der alte verwundete Herzog konntenicht einmal im Palaste seiner Vater sterbe», sondern fand zuOrtensen am 11. Nov. 1806 das Ende seiner Leiden und seineRuhestätte. Das 24. franz. Bulletin erklärte mit gewohnter Kürze:„daß der Herzog von Braunschwcig aufgehört habe, zu regieren !"Braunschwcig wurde ein Bestandtheil des neuen KönigreichesWestphalen, und dem Herzog Wilhelm blieb nur sein Oels übrig.
Zu Folge der Convention mit Oesterreich wurde dem HerzogWilhelm Nachod und Braunau in Böhmen an der schlesischenGrenze zur Errichtung seines Corps eingeräumt, indem die Mengeunangestelltcr preußischer Militärs, die sich damals in Schlesienbefanden, auf den Ruf eines Freikorps, welches nach den ge-wöhnlichen Soldatenbcgriffen ausgedehntere Freiheit als alleübrigen Truppen haben sollte, eine schnelle Werbung versprach.So zweckmäßig indessen auch diese Orte gewählt waren, so wurdedie Absicht dennoch nicht ganz erreicht, indem das preußischeGouvernement vermöge der damaligen Verhältnisse zu sehr ge-bunden war, so daß man genöthigt war, die Cantonirungöquar-tiere zu verändern und nach der sächsischen Grenze hin zu ver-legen. Die Legion des Herzogs erhielt kurze schwarze Ucberröckemit hellblauen Aufschlägen, Tschakos mit weißem Todtenkopfe,