Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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Erzherzog Carl! Vivat der König von Sachsen!" zog der Herzogvon Braunschwcig, an der Spitze seiner Husaren in Leipzig ein.Die Sachsen zogen sich auf Lätzen zurück, als die Vorhut unterdem Herzog nahe kam; der Herzog wollte in Leipzig, wie inMeißen einen Werbeplatz errichten, und meinte, die LeipzigerStudenten sollten ein halbes Jahr ihre Studien aussetzen undihm helfen; auch soll er geäußert haben: „Sachsen müsse, da derCurfürst ausgetreten sey, einen Administrator erhalten. Wenndie Regenten nicht ihr Bestes verstünden, so müßten die Volkeraufstehen. Das Schrcckenssystem habe Frankreich groß gemacht;das Schreckenssystem müsse man gegen Frankreich anwenden."

Auf die Nachricht, daß Thielemann sich zwischen Lätzen undWeißcufels gesetzt und die dort in der Gegend stehenden Depotsau sich gezogen habe, traf der Herzog von Braunschweig mitdem General Am-Ende die Verabredung, ihn am 28. wieder an-zugreifen, wozu sich das braunschweigische Corps sehr frühe inMarsch auf den Weg nach Lätzen setzte. Indessen hatte Thiele-mann wohlweislich auf einem für ihn ungünstigen Terrain denAngriff nicht abgewartet, sondern war bis Weißenfcls zurückge-gangen, wo er die Saalbrücke stark besetzt hielt. Da es nichtmöglich war, blos mit der Avantgarde die Sachsen aus einer sovortheilhaften Position zu verdrängen, so wartete der Herzogdas Hauptcorps ab, und stellte dann dem General die zweimöglichen Arten des Angriffes vor: entweder mit Gewalt dieSaalbrücke zu nehmen, oder einen Scheinangriff zu machen, undwährend der Zeit bei Merseburg die Saale zu überschreiten undauf diese Art die feindliche Stellung zu umgehen. Aber Am-Ende ließ sich zu nichts bewegen; der Befehl, sich keinem Echecauszusetzen, wurde hier wieder so pünktlich von ihm befolgt, daßer nicht allein, im Falle die Sachsen Stand hielten, einen gewissenSieg aus den Händen gab, sondern auch zum Ueberfluß nachLeipzig zurückging, wohin ihm der Herzog zu folgen genöthigt war.

Die Gelegenheit, die Sachsen allein zu schlagen, war ver-loren, denn schon am 23. Juni Nachmittags vereinigte sich derwestphälische General dÄlbignac mit dem Obersten Thiclemann;zu gleicher Zeit, wo er in Weißenfcls eintraf, kam Jerome Na-poleon mit einer andern Colonue in Merseburg an, und verhin-derte das Sprengen der dortigen Brücke, welches von Thielemannangeordnet, am 23. frühe aber noch nicht ausgeführt war, mithin